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Die britische Band Galahad gehört zur zweiten Generation
des Progressive Rocks. Die Band entstand 1985 ursprünglich nur zum Spaß.
Anfangs bestand ihr Repertoire zur Hälfte aus Coverversionen (Genesis, Led
Zeppelin, Rush, Black Sabbath, Focus, Marillion usw.) und zur Hälfte aus
Eigenkompositionen. Die Band beschloss dann aber schnell ausschließlich
Eigenkompositionen zu spielen, was schließlich im Jahr 1991 zu ihrem
Debütalbum „Nothing Is Written“ führte, das vollständig selbst finanziert
und unabhängig veröffentlicht wurde.


Seit dieser Zeit sind zahlreiche Alben erschienen, teils
auch mit mehrjährigen Unterbrechungen. Ein Highlight in ihrem Katalog stellt
das 2007 erschienene Album „Empires Never Last“ dar, dass die Band in eine
härtere, kraftvollere und gitarrenlastigere Richtung führte und brachte der
Band bei den Classic Rock Society Awards 2007 die Auszeichnung „Album des
Jahres“ ein.
 

Im Jahr 2010 absolvierten sie ein viel umjubeltes Konzert
beim Night Of The Prog Festival auf der Loreley. Von diesem Konzert kam in
2025 ein Livemitschnitt unter dem Titel „Alive At Loreley“ heraus. Was bei
dem Auftritt keiner wusste war, dass es das letzte Konzert ihres
langjährigen Bassisten Neil Pepper sein sollte. Der schon an Krebs erkrankte
Pepper genoss diesen letzten Auftritt und verstarb leider schon ein Jahr
später an dieser Krankheit.



Am zweiten Tag des EMPIRE Of Prog Festivals standen Galahad
als Headliner auf der Bühne. Das LineUp der Band stellte sich wie folgt dar:
Stuart Nicholson (Gesang), Lee Abraham (Gitarre), Dean Baker (Keyboards),
Spencer Luckman (Schlagzeug) und Mark Spencer (Bass). Die Band schloss ihre
„Forty Something Tour 2026“ (die Band wurde bereits im Jahr 1984 gegründet)
beim EMPIRE Of Prog Festival in Ramstein ab.


Nicht nur wegen des Auftrittsortes hatte Sänger Stuart
Nicholson ein schwarzes Hemd mit Schriftzug der Band Rammstein angezogen.
Wie er nach dem Konzert verriet, mag er die Musik von Rammstein und hat die
Gruppe bereits mehrfach live gesehen. Auf ihrem Album „Quiet Storms“ findet
sich darüber hinaus eine Coverversion von Rammsteins „Mein Herz brennt“, das
in einem kurzen Ausschnitt die Zugabe einläutete.



Was die schottische Band da am Ende des zweiten Tages
ablieferte, kann nur als grandios bezeichnet werden. Schon als die Band nach
einer elektronisch/symphonischen Ouvertüre, die durch pumpende Beats ergänzt
wurde, die Bühne betrat, fing die Halle sofort Feuer. Und dieses von
Spielfreude und Spielwitz durchzogene Feuer brannte bis zum letzten Ton in
dem gut besuchten Raum.


Gestartet wurde ihr Set, das sie mit Stücken ihrer gut
41jährigen Karriere zusammengestellt hatten, dann mit dem herrlichen Song
„Guardian Angel“, das vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Dean Baker
unterfütterte die Songs mit aufregenden Synthesizersequenzen und -sounds.
Die Band spielte eine sehr druckvolle Variante dieses Stückes. Hier zeigte
sich schon, dass Sänger Stuart Nicholson und Bassist Mark Spencer den Schalk
im Nacken hatten, denn sie alberten förmlich um die Wette auf der Bühne und
verbreiteten eine tolle Stimmung im Saal. Zu diesem ersten Stück, sowie zu
dem Song „Room 801“ setzte sich Bassist Mark Spencer, der als Bühnenoutfit
einen weißen Kilt gewählt hatte, eine breite, durchsichtige, blinkende
Brille auf.



Als zweites stand dann der Titelsong ihres grandiosen
Albums „Empires Never Last“ auf dem Programm. Zu Beginn des Songs macht sich
Basser Mark Spencer, einen treibenden Basslauf spielend, das erste Mal auf
den Weg ins Publikum. Das zeigte schon die Fannähe der Musiker, sollte aber
im Verlauf ihres Gigs noch zunehmen. Ein Stück das gut gealtert ist und
immer noch viel Freude bereitet.


Mit „The Last Great Adventure“ stand dann ein weiterer
Titelsong eines Albums auf der Setlist. (Anmerkung: Auf dem Frontcover des
Albums ist der Vater von Stuart Nicholson beim Bergsteigen zu sehen.) Das
ausufernde Stück mündete in einen Abschlusspart in dem sich Dean Baker an
den Keyboards und Lee Abraham an der Gitarre sanfte Klänge zuspielten und
Stuart ausdrucksstark seinen Gesang hinzufügte.



In „Another Life Not Lived“ wurde es dann ein wenig
melancholisch und verträumt. Lee Abraham baute hier - wie auch in anderen
Stücken - ein Gänsehaut treibendes Gitarrensolo ein. Bei „Sleepers“ hielt es
dann Stuart Nicholson nicht mehr auf der Bühne und er rannte, sehr zur
Freude der Besucher, mit seinem Tambourine durch die Publikumsreihen.


Bei dem ruhigen Song „Beyond The Barbed Wire“ reichte
Stuart dann Schlagzeuger Spencer Luckman sein Tambourine, der dann die
Schlagzeugstöcke weglegte und hinter seiner Schießbude aufstand, um das
Stück mit Percussion rhythmisch zu unterstützen.



Lee Abraham wollte dann auch nicht mehr nur auf der Bühne
agieren und verließ zu „This Life Could Be My Last“ Gitarre spielend die
Bühne um sich unter die Besucher zu mischen. Ein wunderbarer Song.


Mit „Ghost Of Durtal“ ging es dann weit in die
Bandgeschichte zurück. Der Song stammt aus dem Jahr 1985 und wurde von ihrem
damaligen Gitarristen in seinem Schlafzimmer komponiert. Gitarrist Lee
Abraham und Keyboarder Dean Baker gingen in diesem Stück einen musikalischen
Dialog ein, in dem sie sich die Töne zuspielten.



„The Last Goodbye“ ist ein Song der vom Tod handelt. Ein
sehr bewegendes Lied. Lee Abraham ging während des Songs zu einer Frau in
der ersten Reihe und umarmte sie. Wie es schien verband sie mit diesem Song
eine Menge. Die Band baute in dieses Stück dann auch noch eine kleine
Passage aus Peter Gabriel’s Lied „I Don’t Remember“ ein. Der Song endete mit
einer sphärischen Passage, bei der die Klänge aus dem Synthesizer kamen.
Hierzu verließen die Bandmitglieder nach und nach die Bühne, während Stuart
Nicholson allein blieb und sanft dieses Stück mit einigen Worten beendete.
Das führte zu „Standing Ovations“.


Es war natürlich klar, dass die Band nicht ohne eine Zugabe
aus der Halle gelassen wurde und so endete ihr Konzert mit einer
hinreißenden Fassung ihres Songs „Seiz The Day“, das mit einer kurzen
Passage vom Rammstein-Song „Mein Herz brennt“ eingeleitet wurde (eine
Version davon fand sich auch schon auf dem 2017’er Album „Quiet Storms“),
bei der Stuart den deutschen Text von einem Blatt ablas.



Das war der Abschluss eines grandiosen Konzertes, das vom
Publikum stürmisch gefeiert wurde. Die Bandmitglieder nahmen sich nach dem
Konzert noch reichlich Zeit um mit den Fans zu reden oder Autogramm- und
Selfiewünsche zu erfüllen. Dazu mischten sie sich unter die noch Anwesenden.
Eine tolle Band, die nicht nur durch ihre eindrucksvolle Musik, sondern auch
ihre Fannähe begeisterte.


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