|

An zweiter Stelle kam die deutsche Formation Chandelier,
die in den Jahren 1992 bis 1997 drei viel beachtete Alben herausbrachte.
Danach war zunächst Schluss. Nachdem die Alben in reamsterter Form
wiederveröffentlicht wurden und erneut große Beachtung fanden, trafen sich
die Bandmitglieder, um 2019 beim Night Of The Prog auf der Loreley ein
grandioses und gefeiertes Konzert abzuliefern. Seither ist die Band, die
ursprünglich aus dem niederrheinischen Neuss stammt, wieder aktiv. Neben
weiteren Auftritten, einem Mitschnitt des Loreleykonzertes führte dies auch
zu einem vierten Studioalbum unter dem Titel „We Can Fly“.


Die Band stand in der Formation Martin Eden (Gesang), Udo
Lang (Gitarren), Armin Riemer (Keyboards), Christoph Tiber (Bass) und Harry
Rubarth (Schlagzeug) auf der Bühne. Gastsänger Toni Moff Mollo, der seit
2019 immer mit dabei war, ist aber nicht mehr an Bord. Gleichzeitig war das
Konzert auch das vorletzte Konzert mit Sänger Martin Eden, der mit seiner
markanten Stimme den Sound der Band wesentlich mitgeprägt hat. Er wird die
Band in diesem Jahr, nachdem noch ein weiterer Gig ansteht, verlassen. Wie
zu hören war plant die Band aber ein neues Album einzuspielen. Davon konnten
sich die Besucher bei drei neuen Songs, die sie im Programm hatten, schon
überzeugen. Ob Martin auch noch einen Song einsingen wird, steht aber noch
nicht fest.


Ihr Konzert starteten sie mit dem Song „Space Controller“
vom letzten Studioalbum „We Can Fly“. Zunächst waren elektronische Echotöne
zu hören, die stark an Pink Floyd`s „Echoes“ erinnerten. Dann ging es aber
mit dem rockig/atmosphärischen Song in die Vollen. Durchzogen war das Stück
von herrlichen Instrumentalpassagen. Neben dem Gesang performte Martin
während der Songs, in dem er gestenreich über die Bühne wandert.


Dem schloss sich dann mit „Help Me“ ein weiterer Song vom
aktuellen Studioalbum an, der immer zum Mitsingen animiert. Christoph Tiber
(Rombach) sorgte in den Stücken auf seinem Rickenbacker Bass nicht nur für
den rhythmischen Unterboden, sondern spielte – wie zum Beispiel Chris Squire
oder Milla Kapolke – sehr polyphone Bassmotive, was den Sound von Chandelier
mehr Raum gab.


Mit „Dr. Oz“ hatten Chandelier dann den ersten neuen Song
im Programm. Wie Martin erklärte „drei Weltpremieren, nein
Universumspremieren“. Und dieser Song ging auch gleich gut los und hatte
alle Elemente, die man an der Musik von Chandelier liebt.


Mit dem wunderbaren „Wash & Go“ ging es danach weit in die
Vergangenheit von Chandelier zurück. Und daran schloss sich mit „Jericha“
ein Song vom Debütalbum an. Diesen Song würzte Udo Lang mit einem
hinreißenden Gitarrensolo. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde die Band vom
Publikum mächtig abgefeiert.


Darauf folgte ein Block mit zwei weiteren neuen Stücken.
Gestartet wurde mit „Like A Chandelier“, einem getragenen Song. „Cuckoo“ war
stellenweise von Keyboardsounds durchzogen, die an Peter Gabriels Musik
erinnerten. Darauf setzte dann Harry Rubarth ein druckvolles Schlagzeug und
auch Christophs Bass zeigte sich von seiner fetten Seite. Danach ein
weiterer neuer Song mit dem Titel „Howling At The Moon“, bei dem vor allem
Udo Lang an der Gitarre glänzte. Der Song machte Appetit auf das kommende
Album.


Eine tolle druckvolle Version von „Start It“ und ein
atmosphärisches „Spring“ führten dann das Set fort. „Dictator“ startete dann
mit hinreißendem Keyboardpart und mündete in einem treibenden Rhythmus. Den
Abschluss bildete „Mountain High“. Chandelier lieferten wieder perfekt ab und begeisterten das
Publikum. Man darf gespannt sein wie es mit einem neuen Sänger - hoffentlich
bald - weitergeht.


|