Elleven
EMPIRE Of Prog Festival
, Ramstein, 02.05.2026
 


     

Am zweiten Festivaltag gab es dann eine Steigerung für alle Freunde der melodischen Progrock-Musik. Das zeigte sich dann auch in den Besucherzahlen, denn der Samstag war der bestbesuchte des ganzen Festivals. Während der erste Tag mehr auf die Freunde von komplexen und vertrackten Stücken wie bei Sammary und Digital Life Project zielte, war der zweite Tag mehr von Harmonien und Melodien geprägt. Doch zunächst mussten technische Probleme behoben werden, was auf den Wechsel der Technikercrew zurückzuführen war, wie der Veranstalter zu Beginn erklärte. Im Publikum befand sich auch Thomas Burlefinger (The Ancestry Program, Crime Of The Century), der kurzerhand bei der Behebung der Probleme maßgeblich aushalf. Und der Sound war an diesem zweiten Tag dann auch um Längen besser als am Eröffnungstag und so waren alle Instrumente glasklar zu hören.

    

    

Elleven eröffneten den zweiten Tag des Festivals. Dabei handelt es sich um eine deutsche Rockband deren Geschichte bis ins Jahr 2001 reicht, als sich die ex-Chandelier-Mitglieder Tom Jarzina (Schlagzeug) und Stephan Scholz (Bass, Gitarre) zusammen mit Julia Graff (Gesang) zusammenfanden, um mit Elleven eine neue Band zu formieren. Seither sind drei Alben erscheinen, das letzte in 2025 unter dem Titel „8030“. Bei diesem Konzeptalbum steht die titelgebende Zahl für fiktive Stunden von elf Monaten, in deren Zeitraum sich zwei Menschen kennen lernen, verlieben, ein Paar werden, sich aber auch streiten, in Frage stellen und sich voneinander entfernen.

     

    

     

Elleven standen in der Besetzung Julia „Jule“ Graff (Gesang, Gitarre), Carsten Hütter (Gitarren), René Lozinsky (Bass), Michael Hahn (Schlagzeug) und Armin Riemer (Piano, Synthesizer, Gesang) auf der Bühne. Armin Riemer hatte an diesem Tag volles Programm, denn er spielte danach auch noch das Set mit Chandelier, zu deren Stammmannschaft er zählt. Aufgrund der technischen Probleme musste das Set von Elleven gekürzt werden, womit der letzte geplante Song schließlich ins Wasser fiel.

    

    

Elleven hatten Stücke aus allen drei Alben im Programm, zwischen denen sie stetig wechselten. Los ging es mit „Losing Sight“ von ihrem 2007’er Debütalbum. Und sofort machte sich der melodische Prog breit. Sobald Armin mit seinem Tastenspiel begann legte die Band dann auch rockig, aber mit eingängiger Melodieführung los. Jules Stimme passte dabei sehr gut zu den proggigen Melodien. Und auch ihr Gitarrenspiel - sie harmonierte gut mit Gitarrist Carsten Hütter - überzeugte auf ganzer Linie.

    

     

    

Dem schloss sich dann „Try“ vom zweiten Album „Transfiction“ aus 2025 an. Dieser Song startete gleich mit einem knackigen Rhythmus, der noch einmal eine Schippe zum Opener zulegte und richtig Spaß machte. Im Verlauf wechselte das Stück auch zwischen druckvoll/rhythmischen und ruhig/atmosphärischen Parts. Aber die Band ließ sich auch Zeit für fesselnde Soli.

     

    

Im Song „Release“ (von „8030“) startete Jule nach dem Keyboardintro mit einer herrlichen Gitarrenmelodie. Dem schloss sich dann die rhythmische Gitarre von Carsten an. Jetzt war das Publikum direkt in Neo-Prog-Gefilden angekommen. Ein wunderbarer Song. René steuerte immer wieder markante, polyphone Bassläufe bei. Es fanden sich aber auch immer wieder druckvolle, rhythmische Parts in den Songs.

    

     

    

Der letzte Song im Set „Conciliation“ startete mit einer sehr schönen Akustikgitarrenpassage und endete dann in einem fulminanten Finale, was zu großem Applaus der Besucher führte. Die Band hatte sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, was sich auch auf die Zuschauer übertrug. Ein klasse Opener des zweiten Tages.

     

    

 

 
 

Setlist

Losing Sight
Try
Release
Blurry Road
Persuasiveness
All Alone
Conciliation

 

 

 

 

Stephan Schelle, Mai 2026

 

Besetzung

Julia Graff (Gesang, Gitarre)
Carsten Hütter (Gitarren)
René Lozinsky (Bass)
Michael Hahn (Schlagzeug)
Armin Riemer (Piano, Synthesizer, Gesang)

 
  Digital Life Project-Konzert

 

Chandelier-Konzert