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Am zweiten Festivaltag gab es dann eine Steigerung für alle
Freunde der melodischen Progrock-Musik. Das zeigte sich dann auch in den
Besucherzahlen, denn der Samstag war der bestbesuchte des ganzen Festivals.
Während der erste Tag mehr auf die Freunde von komplexen und vertrackten
Stücken wie bei Sammary und Digital Life Project zielte, war der zweite Tag
mehr von Harmonien und Melodien geprägt. Doch zunächst mussten technische
Probleme behoben werden, was auf den Wechsel der Technikercrew
zurückzuführen war, wie der Veranstalter zu Beginn erklärte. Im Publikum
befand sich auch Thomas Burlefinger (The Ancestry Program, Crime Of The
Century), der kurzerhand bei der Behebung der Probleme maßgeblich aushalf.
Und der Sound war an diesem zweiten Tag dann auch um Längen besser als am
Eröffnungstag und so waren alle Instrumente glasklar zu hören.


Elleven eröffneten den zweiten Tag des Festivals. Dabei
handelt es sich um eine deutsche Rockband deren Geschichte bis ins Jahr 2001
reicht, als sich die ex-Chandelier-Mitglieder Tom Jarzina (Schlagzeug) und
Stephan Scholz (Bass, Gitarre) zusammen mit Julia Graff (Gesang)
zusammenfanden, um mit Elleven eine neue Band zu formieren. Seither sind
drei Alben erscheinen, das letzte in 2025 unter dem Titel „8030“. Bei diesem
Konzeptalbum steht die titelgebende Zahl für fiktive Stunden von elf
Monaten, in deren Zeitraum sich zwei Menschen kennen lernen, verlieben, ein
Paar werden, sich aber auch streiten, in Frage stellen und sich voneinander
entfernen.



Elleven standen in der Besetzung Julia „Jule“ Graff
(Gesang, Gitarre), Carsten Hütter (Gitarren), René Lozinsky (Bass), Michael
Hahn (Schlagzeug) und Armin Riemer (Piano, Synthesizer, Gesang) auf der
Bühne. Armin Riemer hatte an diesem Tag volles Programm, denn er spielte
danach auch noch das Set mit Chandelier, zu deren Stammmannschaft er zählt.
Aufgrund der technischen Probleme musste das Set von Elleven gekürzt werden,
womit der letzte geplante Song schließlich ins Wasser fiel.


Elleven hatten Stücke aus allen drei Alben im Programm,
zwischen denen sie stetig wechselten. Los ging es mit „Losing Sight“ von
ihrem 2007’er Debütalbum. Und sofort machte sich der melodische Prog breit.
Sobald Armin mit seinem Tastenspiel begann legte die Band dann auch rockig,
aber mit eingängiger Melodieführung los. Jules Stimme passte dabei sehr gut
zu den proggigen Melodien. Und auch ihr Gitarrenspiel - sie harmonierte gut
mit Gitarrist Carsten Hütter - überzeugte auf ganzer Linie.



Dem schloss sich dann „Try“ vom zweiten Album „Transfiction“
aus 2025 an. Dieser Song startete gleich mit einem knackigen Rhythmus, der
noch einmal eine Schippe zum Opener zulegte und richtig Spaß machte. Im
Verlauf wechselte das Stück auch zwischen druckvoll/rhythmischen und
ruhig/atmosphärischen Parts. Aber die Band ließ sich auch Zeit für fesselnde
Soli.


Im Song „Release“ (von „8030“) startete Jule nach dem
Keyboardintro mit einer herrlichen Gitarrenmelodie. Dem schloss sich dann
die rhythmische Gitarre von Carsten an. Jetzt war das Publikum direkt in
Neo-Prog-Gefilden angekommen. Ein wunderbarer Song. René steuerte immer
wieder markante, polyphone Bassläufe bei. Es fanden sich aber auch immer
wieder druckvolle, rhythmische Parts in den Songs.



Der letzte Song im Set „Conciliation“
startete mit einer sehr schönen Akustikgitarrenpassage und endete dann in
einem fulminanten Finale, was zu großem Applaus der Besucher führte. Die
Band hatte sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, was sich auch auf die Zuschauer
übertrug. Ein klasse Opener des zweiten Tages.


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Setlist
Losing Sight
Try
Release
Blurry Road
Persuasiveness
All Alone
Conciliation
Stephan Schelle,
Mai 2026
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Besetzung
Julia Graff (Gesang, Gitarre)
Carsten Hütter (Gitarren)
René Lozinsky (Bass)
Michael Hahn (Schlagzeug)
Armin Riemer (Piano, Synthesizer, Gesang)
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