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Das Digital Life Project, kurz D.L.P. ist
eine Fortführung des Deaton LeMay Projects, das die gleiche Abkürzung
nutzte. Da Craig LeMay nicht live spielen wollte, Roby Deaton dies aber als
Ziel hatte, löste sich das Duo auf und Roby gründete Digital Life Project.
Da Roby aus den USA kommt und die Kosten für eine Reise einer kompletten
Band aus den Staaten nach Europa für Konzerte zu hoch sind, suchte er sich
europäische Musiker für die Konzerte in unseren Regionen. In den USA stehen
dagegen neben Roby andere Musiker auf der Bühne, wobei auch dort nur ein
Teil der Musiker die original Studioaufnahmen einspielte.


In Ramstein bestand das LineUp aus Roby
Deaton (Keyboards), Frank Jung (Gitarre, Gesang), Karsten Gehrke (Bass,
Gesang), Hasse Froeberg (Gesang), Sammy Wahlandt (Schlagzeug) und Mike
Thorne (Schlagzeug). Allerdings waren die beiden Schlagzeuger nicht
gleichzeitig am Werk sondern wechselten sich im Verlauf des Konzertes ab,
wobei Sammy den Hauptteil der Stücke spielte. Ein paar Wochen vorher war in
Reichenbach beim Artrockfestival auch noch der Schweizer Felix Waldispuehl
(Flame Drop) als dritter Schlagzeuger mit dabei. Wegen erwarteter diverser
Live-Verpflichtungen der Drummer mit ihren eigenen Bands (Flame Drop,
Sammary) hatte die europäische Projektformation von vornherein auf mehrere
Drummer gesetzt, die sich dann je nach Auftrittsort und Verfügbarkeit über
die Konzerte hin abwechseln. Mit Hasse Froeberg (Flower Kings, HFMC) und
Mike Thorne (SAGA) waren und sind zukünftig zwei prominente Musiker mit an
Bord.



Der Kontakt zu den deutschen Musikern kam
über Frank Jung zustande. Frank lernte John Haddad (Bassist bei DLP in den
USA) bei einem Prog On The Ranch (Schwesterveranstaltung zu den „Late Night
Live“ Gästeshows bei der Cruise To The Edge) in Florida kennen. 2022 kam
dann der persönliche Kontakt zu Roby Deaton zustande. Frank sorgte zunächst
für einen Vertrieb des 2. DLP-Albums „The Fifth Element“ über Progressive
Promotion Records, was dazu führte, dass das Album in Belgien 11 Wochen auf
Platz Nr. 1 der dortigen Prog-Charts stand und sich in Europa fortan gut
verkauft hat. Mit dem aktuellen Album „Digital Life“ belegte die neu
benannte Band DIGITAL LIFE PROJECT Ende 2025 beim Deutschen Rock & Pop Preis
in vier Kategorien den jeweils ersten Platz.


Im Vorfeld zur Produktion des 3 Albums
spielten Roby und Frank bereits 2023 einen DLP Song live bei Prog On The
Ranch (POTR) und wenig später fragte Roby dann Frank, ob er für Auftritte in
Europa einen passenden Schlagzeuger kennen würde. Bei einem eher zufälligen
Treffen mit Mike Thorne, mit dem Frank (und auch der Bassist Karsten) bei
Late Night Live auf Cruise To The Edge schon mehrfach Songs von SAGA live
performt hatten, fragte Frank den Profi, ob er sich vorstellen könnte bei
DLP mitzumischen. Mike sagte schließlich zu, worauf sich Frank dann selbst „spasseshalber“
als Gitarrist ins Spiel brachte. Aus Spaß wurde Ernst und so übernahm Frank
die Gitarrenparts des europäischen DLP-Ablegers.



Die erste Live-Feuertaufe einer ersten
temporären US-Formation mit Roby an den Keyboards, John Haddad am Bass und
Frank an der Gitarre, fand genau ein Jahr zuvor mit einer DLP
Live-Konzertpremiere bei Prog On The Ranch bei Brooksville in Florida statt,
anlässlich der Veröffentlichung des dritten Albums unter dem neuen DLP-Namen
DIGITAL LIFE PROJECT.

 
Nach dem Artrockfestival in Reichenbach im
April 2026 – mit Felix am Schlagzeug - hatte DLP in Gross-Gerau (Rhein-Main)
einige Probetermine zwecks Synchronisation mit dem Drummer Sammy, gefolgt
von einem weiteren erfolgreichen Auftritt in eher beschaulichem Rahmen . Am
ersten Festivaltag des neuen EMPIRE OF PROG Festivals trat die Band am 1.
Mai schließlich wieder auf großer Festivalbühne auf. Mit Digital Life
Project wurde der komplexe Art-/Progressive-Rock der beiden zuerst
spielenden Bands fortgesetzt. Allerdings waren die Stücke dieses
international besetzten Line-Ups um Roby Deaton melodischer und nicht ganz
so vertrackt wie bei Sammary. Das Set bestand aus Stücken des aktuellen
Albums „Digital Life“ aus 2025, sowie den beiden Alben des Deaton LeMay
Projects „The Fifth Element“ aus 2022 und „Day After Yesterday“ aus dem Jahr
2019.



Mit „Out Of The Ashes“ startet die Band in
ihr Set. Schnell wurde klar, dass ein Großteil der Musik von Roby Deatons
Keyboard bestimmt wurde. Und doch hatten auch die anderen Instrumente -
allen voran Frank Jung an der E-Gitarre - ihren Raum. Sammy trieb die
Stücke, unterstützt von Basser Karsten Gehrke, kraftvoll voran. Es
entwickelte sich eine Mischung aus Progressive-, Hardrock und AOR, gewürzt
mit Elementen des 70’er Jahre Rock.


Nach diesem ersten Instrumental kam mit
dem Song „The Great Awakening“ Hasse Froeberg auf die Bühne der nun den
Gesangspart übernahm, der in der Studiofassung von Hadi Kiani eingesungen
wurde. Hasse versuchte erst gar nicht den amerikanischen Sänger zu
imitieren, sondern drückte den von ihm gesungenen Stücken seinen eigenen
Stempel auf, was eine Spur Flower Kings-Feeling hineinbrachte und gut dazu
passte. Das wurde auch besonders deutlich im Song „A Different Place In
Time“. Man merkte Hasse sichtlich an, dass er großen Spaß an der
Interpretation der Songs hatte.



Die Band wechselte dann zwischen
Instrumentalstücken und Songs. Sehr melodisch zeigte sich „The Present“, das
zwischendurch mit härteren Gitarren aufwartete. In der Mitte des Songs hatte
dann Sammy Wahlandt seinen Auftritt, in dem er ein druckvolles
Schlagzeugsolo zum Besten gab. Das war technisch auf hohem Niveau. Zu dem
knackigen Song „The Future“ hatte die Band dann auch einen Videofilm
mitgebracht der auf der rückwärtigen Leinwand zu sehen war. Die Computer
generierten Bilder, die eine Endzeitstimmung á la „Blade Runner“ mit
Versatzstücken aus dem Fantasy-Bereich zeigten, passten gut zu der Musik.


Zum Song „New Beginnings“ wechselte dann
Mike Thorne ans Schlagzeug. Er hatte einen anderen Stil als Sammy Wahlandt.
Mike bewegte sich mehr im AOR. Auch er steuerte ein Schlagzeugsolo bei, das
am Ende den fließenden, energiegeladenen Übergang von „Digital Life“ zu „A.I.Masters
herstellte. Hier zeigte sich der unterschiedliche Ansatz zwischen den beiden
Schlagzeugern, denn beide Soli unterschieden sich, waren aber beide für sich
auf hohem Niveau. Zu „Exordium“ nahm dann erneut Sammy Wahlandt hinter der
Schießbude Platz.



Mit „The Nightmare“ kam dann, wie Hasse
erklärte, ein Boogierocker ins Programm. Der hatte für mich aber auch
einiges an proggigen Klängen zu bieten. Der Song ging mit viel Rhythmus und
Melodie gut ab. Zum letzten Song des offiziellen Teils – ausnahmsweise eine
„keyboardifizierte“ Coverversion eines Klassikers der Band Triumph („Fight
The Good Fight“) bediente dann erneut Mike Thorne das Schlagzeug. Und mit
der Zugabe des keyboardlastigen „Event Horizon Pt1 And Pt 2“ (wieder mit
Sammy an den Drums) endete dann das Konzert und der erste Festivaltag. Es
war ein gelungener Festivalauftakt mit gut aufgelegten Bands.


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