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Im Jahr 2013 habe ich Dawnation aus Neubrandenburg beim Artrockfestival in Reichenbach zum ersten Mal live erleben dürfen und war sofort begeistert. Die Musiker fanden bereits im Jahr 1997 zusammen, was dann im Jahr 1998 zur Gründung von Glistening Dawn führte. Mit dieser Band entstanden zwei Alben. Nach einer gut zwölfjährigen Pause wurden die Kontakte untereinander wieder aktiviert, was dann schließlich im Jahr 2018 zu einer Wiedervereinigung unter dem Bandnamen Dawnation führte. Seither sind zwei weitere Studioalben erschienen. Ihre Einflüsse reichen von Porcupine Tree, Spock’s Beard über Pink Floyd, Genesis, Deep Purple, Black Sabbath bis zu Archive oder The National.
Auf der Bühne standen Robert Reich (Bass), Damian Krebs (Schlagzeug), Jan Mecklenburg (Gesang, Percussion), Christoph Piel (Gitarren, Gesang) und Bert Wenndorff (Keyboards, Electronics, Akustikgitarre, Gesang). Sie präsentierten einen Querschnitt aus ihren beiden Studioalben.
Als das Quintett die Bühne betrat legten sie auch gleich mächtig mit dem ersten Stück, dem Instrumental „Rise“ los. Sie bewiesen vom ersten Moment an, dass jetzt melodischer Rock angesagt war. Mit ihrem straighten Rock inkl. AOR-Elementen erweiterten sie das musikalische Spektrum des Festivals. Nahtlos ging es dann auch gleich in den ersten Song, „Holes“, zu dem Jan Mecklenburg die Bühne betrat, weiter. Das war dann eine sanfte Nummer, die im Verlauf an Dynamik gewann. Jan merkte man an seinen rhythmischen Bewegungen an, dass er ganz in der Musik versunken war. In das Stück mischte Gitarrist Christoph Piel - auch weil ihr Text die Zeile „coming back to life, creeping out the holes“ enthält - zum Ende eine kleine Referenz an Pink Floyds „Coming Back To Life“ vom „The Division Bell“-Album.
Während Bassist Robert Reich (auch er spielte seinen Bass an einigen Stellen polyphon) und Schlagwerker Damian Krebs für den rhythmischen Unterboden sorgten, verzierten Bert Wenndorff an den Tasteninstrumenten mit herrlichen Flächen und Soli sowie Christoph Piel an der E-Gitarre mit mal rhythmischen, dann wieder unter die Haut gehenden atmosphärischen Licks, Riffs und Soli das Klangbild.
An „Holes“ schloss sich dann nahtlos „Behind The Mad“ an, dass sehr proggig rüberkam und in dem Jan durch ein wahnsinnig anmutendes Lachen das Thema noch unterstrich. Bert zauberte dazu ein klasse Solo auf seinen Tasteninstrumenten und auch Christoph haute ein eindrucksvolles Gitarrensolo raus, alles unterstütz von treibendem Bass und Schlagzeug.
Mit straightem Rock ging es dann im Song „The Hypocrite“ weiter, bei dem die Band zwischen rockigen und akustischen Parts wechselte. Dazu kam Bert Wenndorff mit der Akustikgitarre nach vorn an die Bühne. Eine sehr melodische Nummer. Im Verlauf brachte Bert dann noch elektronische Streichersounds ein, während Damian das mit akzentuierten wie druckvollen Schlagzeugkaskaden unterfütterte.
Das Stück „Between“ eröffnete die Band mit einer kurzen „Money For Nothing“-Einlage der Dire Straits, um nach wenigen Momenten in ihren eigenen Stil zu wechseln. Ein sehr schöner sanfter Titel, der aber im Verlauf auch an Dynamik zulegte. Christoph Piel nutzte in den atmosphärischen Teilen einen E-Bow um lang gezogene Klänge seiner Gitarre zu entlocken. Und auch ein weiteres traumhaftes Gitarrensolo war enthalten.
Bert leitete mit perlenden Pianoklängen, die ein leichtes Tony Banks-Timbre besaßen, in das Stück „Lovely Child“ ein. „Cheap Pills“ handelt von Tablettenmissbrauch. Bert dazu: „Ein Song über Tablettenmissbrauch in den USA. Wohin das führt kann man nicht nur an einem aktuellen Präsidenten sehen. Zu viel Aspirin ist nicht gut. Schmeckt gut, tut gut aber man sollte sich doch besser die Packungsbeilage durchlese oder den Arzt oder Apotheker fragen.“ Und weiter: „Ich spiele eine berühmte Klaviersonate. Ich schrub sie direkt vor dem Gig.“ Dann folgte eine klassisch anmutende Klavierpassage zu der dann auch noch Christoph an der E-Gitarre in den klassischen Part einsteigt. Sobald dann aber Schlagzeug und Bass hinzukamen entwickelte sich wieder ein knackiger Rocksong mit Hardrockelementen. Jan unterstützte das Thema in dem er zwischendurch wieder in einen etwas wahnsinnig wirkenden Gesang überging, während Bert und Christoph schräge Sounds aus ihren Instrumenten rausholten.
Darauf folgte ein Paket von drei Songs aus dem aktuellen Album. Es begann mit „Fly“, bei dem Bert unglaubliche Sounds aus seinen Tasteninstrumenten herausholte. So hatte er die ersten drei Minuten quasi ein Solo, das danach druckvoll von der Band in den Song überführt wurde. Damian sorgte am Schlagzeug am Ende für einen rhythmischen Ausklang. Dann setzte auch schon das melodische „Fly“ ein. Und mit „Fall“ wurde dann das offizielle Set beendet. Der Song startete mit herrlichen Flächen. Ein sehr schönes Lied mit eingängiger Melodie.
Als Zugabe stand dann noch „Worthless“ auf dem Programm. So endete ein mitreißendes Konzert, dass auch bei den Besuchern großen Anklang fand und zu „Standing Ovations“ führte. Schön das die Band aus Neubrandenburg den weiten Weg nach Ramstein gefunden hat. Diese Band sollte man auch unbedingt mal live erleben.
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Setlist
Rise Zugabe Worthless Stephan Schelle, Mai 2026
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Besetzung
Robert Reich (Bass)
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