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Hauptact des abschließenden Festivaltages waren dann Franck Carducci & The Fantastic Squad. Ich habe dieses Powerquintett bereits drei Mal live gesehen und es war jedes Mal wieder ein grandioses Erlebnis. Denn was die Franzosen da auf der Bühne entfachen, ist eingängiger, mitreißender Rock, der neben der musikalischen Qualität, die auf Hard-, Symphonic- und Prog-Rock der 70’er aufbaut, auch von einer fesselnden Liveshow untermalt wird.
Neben dem Kopf der Band, Franck Carducci (Bass, Gesang), standen auf der Bühne Mary Reynaud (Gesang, Akustikgitarre, Theremin, Percussions), Léa Fernandez (Schlagzeug), Barth Sky (Gitarre, Backgroundgesang) und Cédric Selzer (Keyboards, Backgroundgesang). Franck hat gerade in 2026 ein neues Album unter dem Titel „Sheeple“ veröffentlicht, von dem natürlich Stücke auf dem Programm standen.
Ihr Konzert startete aber zunächst mit „Alice’s Eerie Dream“ bei dem Franck als Mad Hatter (dem verrückten Hutmacher aus „Alice im Wunderland“) auf die Bühne kam und das Publikum zum Wonderland willkommen hieß. Damit startete er auch gleich mit einem Signature-Song, der alle Elemente seiner Musik enthält. Mary Renaud betrat dazu die Bühne in einem glitzernden Kleid während Barth Sky und Cédric Selzer eine glitzernde Maske trugen. Im Mittelteil tanzten dann Mary, Franck und Barth zu leicht Boogie haften Klängen über die Bühne. Das Publikum klatschte rhythmisch mit während Franck ein herrliches Bassmotiv raushaute.
Ein grandioser Beginn, der nahtlos mit einem Gitarrenriff von Barth, der wieder auf der Bühne herumwirbelte und ständig seine Haare fliegen ließ, in den nächsten Song „Mr. Hyde & Dr. Jekyll“ überging. Ein wunderbarer Song, der zwischen rockigen und ruhigen Passagen wechselte. In den rockigen Parts machte die Band ganz schön Alarm. Das ging dann nahtlos mit dem nächsten Kracher „Slave Toi Rock ‘N’ Roll“ weiter.
Beim Stück „Closer To Irreversible“, vom 2015’er Album „Torn Apart“, hatte kein geringerer als Steve Hackett die Lead-Gitarre eingespielt. Barth spielte den Gitarrenpart etwas anders als Hackett und Mary übernahm den Leadgesang, den auf dem Studioalbum Franck eingesungen hatte. Franck stieg dann erst beim Refrain ein. Eine etwas härtere Version als in der Studiofassung, die live bestens funktionierte.
Mit „The Limits Of Freedom“ kam dann der erste Song vom aktuellen Album „Sheeple“. Der Song hat einiges an AOR-Elementen und besitzt eine sehr eingängige Melodie. Er zündete sofort und fügte sich gut ins Liveset ein. Danach präsentierte Mary Renaud ihren Song „The Angel“, der zum festen Liveprogramm der Band gehört. Das sehr ruhige Stück nahm dann etwas Tempo aus dem Set. Dazu kam Mary in einem mit vielen Lichtern bestückten Umhang auf die Bühne, den sie engelsgleich teils wie Flügel schwang, teils mit ihm herumwirbelte. Wie immer ein Blickfang.
Darauf folgte „Sweet Cassandra“, ein wunderbarer, balladesker Song, zu dem Franck an die Akustikgitarre wechselte, die das bestimmende Instrument war. Ein kleines Gimmick am Ende: Während Franck auf der Akustikgitarre zu spielen schien, kamen Sounds von einer E-Gitarre auf. Barth spielte hier den Part zunächst hinter der Bühne und kam dann nach vorne um mit einigen Gitarrenmotiven die Zeit zu überbrücken, bis die anderen Musiker/innen wieder zurückkamen und dann in den Song „Asylum“ einstiegen.
Mit dem grandiosen Longtrack „The Betrayal Of Blue“ vom neuen Album ging es dann weiter. Franck schnappte sich dazu seine Doppelhals-Gitarre während Mary auf der Akustikgitarre einige Akkorde hinzufügte und Barth förmlich an der E-Gitarre explodierte. Zu Beginn war eine Melodie zu hören, die an David Bowie’s „Space Oddity“ andockte. Léa Fernandez haute einen treibenden Rhythmus dazu raus während Cédric Selzer am Keyboard mit herrlichen Orgelklängen unterstützte. Dahinein platzierte Mary ein eindrucksvolle Thereminspiel, bei dem sie die Klänge nicht nur mit ihren Händen erzeugte, sondern auch mehrfach ihren Oberkörper aufreizend einsetzte.
Sehr proggig ging es dann in dem Medley „Achilles / The Quind / Journey Through The Mind“ zu. Dieses wurde dann mit einem ausufernden Schlagzeugsolo von Léa Fernandez abgeschlossen, bei dem sie das Publikum mit einband. Als die Band wieder auf die Bühne kam stimmten sie den wunderbaren zweiten Teil „Higher And Higher“ von „A Brief Tale Of Time“ an. Eine mitreißende Version mit schönem Keyboardpart, in dessen instrumentalen Part Mary mit ihren bunten Tüchern für ein weiteres optisches Highlight sorgte.
Nach der druckvollen Rocknummer „Torn Apart“ kündigte Franck dann einen Longtrack an, den sie schon länger nicht mehr live gespielt hatten, den sich aber Mary in die Setlist gewünscht habe. Es folgte „Artificial Paradises“ vom „Torn Apart“-Album in einer etwas mehr als zehnminütigen Fassung. Ein wunderbarer Song zu dem dann auch Léa und Cédric an den Bühnenrand kamen und sie mit dem Publikum zusammen die Melodielinie in Lautsprache sangen. Ein Gänsehautmoment. Das endete dann in einer nahtlos angefügten, anderthalbminütigen Coverversion von Pink Floyd’s „Eclipse“, was sehr gut passte.
Als Zugabe gab es danach das wunderbare „(Love Is) The Answer“, bei dem die drei Gitarren (Franck, Mary und Barth) sowie der Satzgesang wieder für Gänsehaut sorgten. Den Abschluss stellte dann das a capella gesungene „On The Road To Nowhere“ dar, dass das Quintett nur von Franck an der Akustikgitarre begleitet, ohne Mikro vom Bühnenrand aus sang, während sich die Zuschauer direkt davor versammelten. Ein intimer und grandioser Abschluss dieses berauschenden Konzertes, das mit dem Gig von Galahad zu den Highlights des Festivals gehörte.
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Setlist
Alice's Eerie Dream Zugabe
(Love Is) The Answer Stephan Schelle, Mai 2026
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Besetzung
Franck Carducci (Gesang, Gitarre)
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