Rosalie Cunningham
(Paderhalle, Paderborn, 21.03.2026)


    

Die Britin Rosalie Cunningham gilt zwar immer noch als Geheimtipp, ist aber auf dem besten Weg groß rauszukommen. Bereits im Alter von 16 Jahren gründete sie ihre erste Band Ipso-Facto, die aus vier Musikerinnen bestand. Später ging es dann über die Band Purson (2011 bis 2017) bis zu ihrem im Jahr 2019 selbstbetitelten Album, wodurch sie die Presse aufhorchen ließ. Sie hat sich über die Jahre eine große musikalische Bandbreite angeeignet, die sich in ihren Songs widerspiegelt. Und auch ihr Gesang zeigt sich mit einer markanten Stimme sehr variable, was bei dem Konzert gut zur Geltung kam. Mittlerweile hat Rosalie drei Studioalben unter ihrem Namen veröffentlicht, bei denen sie unter anderem auch eine Vielzahl an Instrumenten selbst spielt.

    

    

    

    

Rosalie Cunninghams Musik orientiert sich am Rock der 70’er Jahre und transformiert diesen in die aktuelle Zeit. In den Songs blitzten immer mal Referenzen an große Bands dieser Ära auf, allerdings macht Rosalie ihr ganz eigenes Ding daraus. Das machte sie beim Konzert auf so eindrucksvolle Art und mit einer Energie – die auch von ihrer Band mit getragen wurde – dass man von Beginn an gefangen genommen war.

    

     

    

    

Rosalie und Band starteten gegen 18 Uhr zu einem gut 90minütigen Set, das im Wesentlichen aus Stücken ihres aktuellen Albums „To Shoot Another Day” aus dem Jahr 2024 bestand. Auf der Bühne standen neben Rosalie Cunningham (Gitarre, Gesang) Rosco Wilson (Gesang, Gitarre), Claudia „Speedy“ González Diaz (Bass, Backgroundgesang, Flöte), Aaron Bolli Thompson (Keyboard) und Raphael Mura (Schlagzeug).

       

     

    

Rosalie und Band legten gleich ordentlich los und rockten das Haus von der ersten Sekunde an. Zwar ist Rosalie der Kopf des Ganzen, sie ließ aber auch ihren Mitstreitern genug Raum um sich zu entfalten. Das zeigte sich vor allem bei Claudia „Speedy“ González Diaz (Bass, Backgroundgesang, Flöte) die richtig auf der Bühne abging und oft ihre Haare durch die Luft wirbelte. Rosalie und Band spielten die Stücke in wesentlich druckvolleren und raueren Versionen als in den Studiofassungen. Hier zeigte sich sie vor allem ihre Stärken in der Liveperformance haben. Rosalie sollte unbedingt ein Livealbum veröffentlichen, das die ganze Kraft ihrer Auftritte konserviert, denn im Gegensatz zu den Studioalben ist sie live eine Urgewalt.

    

    

    

    

Ihr Set begann mit dem Titelstück ihres aktuellen Albums, das sich nicht nur vom Titel her, sondern auch von der Melodie gut für eine James Bond-Titelmelodie eignen würde. „Duet” zeigte sich als kraftvoller Rocksong mit 70’er-Jahre Feeling, bei dem die Twinguitars von Rosalie und Rosco á la Wishbone Ash sowie die Orgelklänge dieses Feeling unterstützten.

    

    

    

    

„Wool” und „Tempest And The Tide” stammten von Rosalies ehemaliger Band Purson. Eine Mischung aus Bluesrock und Southernrock mit einer Spur Boogie kamen unter anderem im Song „Wool” auf. Vor allem aber das ausufernde „Tempest And The Tide”, mit einem leicht psychedelischen Touch, das von Aaron Bolli Thompson mit einer Jon Lord-Gedächtnis-Orgelpassage eingeleitet wurde, zeigte sich als eines der Highlights des Konzertes. Auch kamen einige Klänge und Rhythmen auf, die an Led Zeppelin, Santana & Co. erinnerten. Verfeinert wurde nicht nur dieser Song durch die teils flirrenden Querflöteneinwürfe von Claudia González Diaz, die auch ansatzweise an Jethro Tull erinnerten. Darüber hinaus glänzte auch Rosalies Akustikgitarrenspiel, während Rosco Wilson seine Gitarre zum singen brachte.

    

     

    

Im abschließenden „Ride My Bike” von ihrem ersten Soloalbum waren streckenweise Gitarrenklänge auszumachen, die an Brian May von Queen erinnerten. So endet dann – leider ohne die geforderte Zugabe – ein wunderbares, druckvolles Konzert von Rosalie Cunningham und ihrer Band. Sie und ihre Mitstreiter/in zeigten sich auch sehr Fannahe und erfüllten am Merchstand Selfie- oder Autogrammwünsche. Man sollte sich Rosalies Namen unbedingt merken. Ich bin mir sicher, dass sie ihren Weg gehen wird.

    

    

    

    

Setlist

To Shoot Another Day
Timothy Martin’s Conditioning School
Heavy Pencil
The Smut Peddler
Spook Racket
Donovan Ellington
Home
Rabbit Foot
Duet
Wool
Tempest And The Tide
Return Of The Ellington
Ride On The Bike

 

Stephan Schelle, März 2026

 

Besetzung

Rosalie Cunningham (Gesang, Gitarre)
Rosco Wilson (Gesang, Gitarre)
Claudia
„Speedy” González Diaz (Bass, Backgroundgesang, Flöte)
Aaron Bolli Thompson (Keyboard)
Raphael Mura (Schlagzeug)

 

 

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