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Overhead, The Albatross stammen aus Irland und sind nicht
mit der finnischen Progressive Band Overhead zu verwechseln. Der Name der
Band wurde durch das Pink Floyd-Stück „Echoes“ inspiriert, das mit den
Worten „Overhead the albatross“ beginnt. Und floydige Gitarren waren auch
immer mal wieder in der Musik der Iren auszumachen.



Die Band besteht aus David Prendergast (Keyboards, Gesang),
Vinny Casey (Gitarre), Luke Daly (Gitarre, Gesang), Stevie Darragh (Bass)
und Ben Wanders (Schlagzeug). Sie bewegt sich im Umfeld des Post-Rock und
hat zwei Alben herausgebracht. Der aktuelle, zweite Longplayer trägt den
Titel „I Leave You This“, auf dem sie sich auf eine Reise begeben, die
sowohl weitreichend als auch zutiefst persönlich ist und eine stille, aber
tiefgreifende Entwicklung innerhalb der experimentellen Post-Rock-Landschaft
markiert.



Und diese Band lieferte in der prallen Mittagshitze in
einer Art ab, die zu Beifallsstürmen der schon anwesenden Besucher führte.
Wer diesen Auftritt nicht miterlebt hat, der hat ein Highlight und die
Entdeckung des Festivals verpasst. Schon die Studiofassungen sind
hervorragend, doch erst auf der Bühne entfaltet sich die ganze Kraft der
Band, die Postrock mit stilistischen Elementen kombinierte, die an Acts wie
Alex Henry Foster, Archive oder Anne Clark (wegen des Sprechgesangs)
erinnerten.



Der Fokus ihres Auftritts lag auf dem aktuellen Album, aus
dem sie fünf Stücke spielten. Darüber hinaus hatten sie noch einen Track
ihres ersten Albums „Learning To Growl“ sowie ein neues Stück im Programm.
Die Band entführte mit ihrem Gig die Besucher in Postrockgefilde. Dabei
wechselten sie zwischen atmosphärischen Klängen von Keyboards und Gitarren
und druckvollen Rhythmen (Schlagzeug, Bass, Gitarre und auch Rhythmen aus
dem Computer bzw. dem Drumcomputer). Und diese Melange würzten sie dann noch
mit tranceartigen elektronischen Sounds, die sich in rhythmische Höhen
schraubten.



Einige Stücke starteten mit sanften, tranceartigen Klängen
um sich dann im Verlauf in einen ekstatischen Part mit druckvollen Rhythmen
und Gitarrenkaskaden zu verwandeln. Dazu gab es in einigen Stücken
Sprechgesang, der in dieser Form auch an Anne Clark erinnerte. Darüber
hinaus wurden immer wieder moderne elektronische Sounds untergemischt, was
eine fesselnde und hypnotische Stimmung erzeugte, der man sich nicht
entziehen konnte.



Für Gänsehaut sorgte das letzte Stück „Paul Lynch“ das sie
mit einem längeren Gesangspart beendeten in dem die Musiker Arme ausbreitend
am Bühnenrand standen. Ein absolut Gänsehaut treibender Moment. Leider haben
einige Festivalbesucher aufgrund der doch recht hohen Temperaturen in der
Mittagszeit diesen grandiosen Auftritt verpasst. Es ist zu hoffen, dass die
Band in naher Zukunft ein drittes Album herausbringt oder auf dem
europäischen Festland noch viele weitere Konzerte spielt, denn ihre
Liveperformance ist einfach mitreißend und verleitet - sogar Progfans - zum
Tanzen.



Die fünf sympathischen Iren haben mit ihrem Auftritt eine
Menge neuer Fans gewonnen, was sich daran zeigte, dass die Schlage am Merch
schnell sehr lang wurde und sich ihre beiden Alben wie geschnitten Brot
verkauften. Wer diese noch bekam, konnte sich glücklich schätzen.




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