Overhead, The Albatross
Midsummer Prog Festival, Maastricht, 21.06.2026
 


    

Overhead, The Albatross stammen aus Irland und sind nicht mit der finnischen Progressive Band Overhead zu verwechseln. Der Name der Band wurde durch das Pink Floyd-Stück „Echoes“ inspiriert, das mit den Worten „Overhead the albatross“ beginnt. Und floydige Gitarren waren auch immer mal wieder in der Musik der Iren auszumachen.

     

    

     

Die Band besteht aus David Prendergast (Keyboards, Gesang), Vinny Casey (Gitarre), Luke Daly (Gitarre, Gesang), Stevie Darragh (Bass) und Ben Wanders (Schlagzeug). Sie bewegt sich im Umfeld des Post-Rock und hat zwei Alben herausgebracht. Der aktuelle, zweite Longplayer trägt den Titel „I Leave You This“, auf dem sie sich auf eine Reise begeben, die sowohl weitreichend als auch zutiefst persönlich ist und eine stille, aber tiefgreifende Entwicklung innerhalb der experimentellen Post-Rock-Landschaft markiert.

    

     

    

Und diese Band lieferte in der prallen Mittagshitze in einer Art ab, die zu Beifallsstürmen der schon anwesenden Besucher führte. Wer diesen Auftritt nicht miterlebt hat, der hat ein Highlight und die Entdeckung des Festivals verpasst. Schon die Studiofassungen sind hervorragend, doch erst auf der Bühne entfaltet sich die ganze Kraft der Band, die Postrock mit stilistischen Elementen kombinierte, die an Acts wie Alex Henry Foster, Archive oder Anne Clark (wegen des Sprechgesangs) erinnerten.

    

     

    

Der Fokus ihres Auftritts lag auf dem aktuellen Album, aus dem sie fünf Stücke spielten. Darüber hinaus hatten sie noch einen Track ihres ersten Albums „Learning To Growl“ sowie ein neues Stück im Programm. Die Band entführte mit ihrem Gig die Besucher in Postrockgefilde. Dabei wechselten sie zwischen atmosphärischen Klängen von Keyboards und Gitarren und druckvollen Rhythmen (Schlagzeug, Bass, Gitarre und auch Rhythmen aus dem Computer bzw. dem Drumcomputer). Und diese Melange würzten sie dann noch mit tranceartigen elektronischen Sounds, die sich in rhythmische Höhen schraubten.

    

     

    

Einige Stücke starteten mit sanften, tranceartigen Klängen um sich dann im Verlauf in einen ekstatischen Part mit druckvollen Rhythmen und Gitarrenkaskaden zu verwandeln. Dazu gab es in einigen Stücken Sprechgesang, der in dieser Form auch an Anne Clark erinnerte. Darüber hinaus wurden immer wieder moderne elektronische Sounds untergemischt, was eine fesselnde und hypnotische Stimmung erzeugte, der man sich nicht entziehen konnte.

    

     

    

Für Gänsehaut sorgte das letzte Stück „Paul Lynch“ das sie mit einem längeren Gesangspart beendeten in dem die Musiker Arme ausbreitend am Bühnenrand standen. Ein absolut Gänsehaut treibender Moment. Leider haben einige Festivalbesucher aufgrund der doch recht hohen Temperaturen in der Mittagszeit diesen grandiosen Auftritt verpasst. Es ist zu hoffen, dass die Band in naher Zukunft ein drittes Album herausbringt oder auf dem europäischen Festland noch viele weitere Konzerte spielt, denn ihre Liveperformance ist einfach mitreißend und verleitet - sogar Progfans - zum Tanzen.

    

    

     

Die fünf sympathischen Iren haben mit ihrem Auftritt eine Menge neuer Fans gewonnen, was sich daran zeigte, dass die Schlage am Merch schnell sehr lang wurde und sich ihre beiden Alben wie geschnitten Brot verkauften. Wer diese noch bekam, konnte sich glücklich schätzen.

    

    

    

    

 
 

Setlist

Your Lost Breath
At Sea
Hibakusha
Few Years Left
HBG
This Is Like Love
Paul Lynch

Stephan Schelle, Juli 2026

Besetzung

David Prendergast (Keyboards, Gesang)
Vinny Casey (Gitarre)
Luke Daly (Gitarre, Gesang)
Stevie Darragh (Bass)
Ben Wanders (Schlagzeug)

 

 

 
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