Frank Tischer
(Schallwelle-Preis 21.02.2026)


    

Frank Tischer ist ein Ausnahmemusiker, denn er ist nicht nur in der Elektronikszene aktiv sondern spielt regelmäßig in unterschiedlichen Konstellationen und Musikgenres. So tritt er unter anderem mit der Hamburg Blues Band und mit Miller Anderson auf, bei denen er die Bluesstücke perfekt mit seinem Keyboardspiel verziert. Anderson hat im Übrigen mit der Keef Hartley Band beim legendären Woodstockfestival auf der Bühne gestanden. Auch gehören Franks Konzerte im Radom auf der Wasserkuppe zu den jährlichen Highlights der Szene.

    

    

In Schwerte präsentierte Frank ein gut 45minütiges Solokonzert, dass im Wesentlichen aus Stücken seines Sololalbums „Circumpolar“ bestand. Neben sechs Stücken seines aktuellen Albums hatte er auch noch zwei weitere im Programm. Die Stücke gingen nahtlos ineinander über, so dass eigentlich - mit einer kleinen Unterbrechung - ein Longtrack präsentiert wurde. Und ich nehme es schon mal vorweg: sein Konzert war der Höhepunkt des hervorragend besetzten LineUps.

     

Vor Beginn des Konzertes erklärte Frank das Thema, das hinter seinem Album „Circumpolar“ steckt. Der Begriff beschreibt die Sternenbilder, die um den Polarstern herumliegen. Das hat zur Folge, dass man sie das ganze Jahr über sehen kann.

    

    

Gestartet wurde mit dem gut 15 Jahre alten Stück „M 31“, das Frank wiederentdeckt hatte. Wie Frank mir sagte, ist M 31 unsere Nachbargalaxie Andromeda, die ebenfalls wie unsere Milchstraße eine wunderschöne Spiralgalaxie ist. Da war zunächst ein pulsierender, dumpfer Synthesizerton zu hören, in das sich ein zirpen mischte und der dann in herrliche Flächen überging, die ein wenig an Jean Michel Jarre erinnerten. Das wurde aber schnell in einen eigenen Sound mit herrlichen Flächen und Melodiebögen überführt. Ein gewisses Pink Floyd-Feeling war dabei aber auch nicht zu überhören. Ein wunderschöner Beginn dieses einzigartigen Konzertes.

     

Daran schloss sich dann mit einem pulsierenden Rhythmus „Gemini Rising“ von seinem Album „Circumpolar“ an. Unmittelbar war man in einem musikalischen Kosmos gefangen. Die sehr schönen grafischen Filme auf der Leinwand sorgten für zusätzliche Spaceatmosphäre. Schon nach wenigen Momenten zeigte sich, dass Frank ein wahrer Könner an den schwarz/weißen Tasten ist. Traumwandlerisch wandelte er in dem Konzert über die Tasten, betätigte Knöpfe und drehte an Reglern.

    

    

Frank spielte die Stücke aber nicht eins zu eins nach, sondern variierte bzw. baute auch einige Passagen neu ein. Zum Beispiel war dies beim Ende von „Gemini Rising“ der Fall. Dieses Stück endete in der Liveversion mit einer Pianomelodie. Perlende Rhythmusmuster leiteten dann in das Titelstück seines Albums „Circumpolar“ über. Darauf legte er weite Flächen und erzeugte einen warmen Sounds. Einfach traumhaft und zum Dahinschmelzen.

     

„La Grande Mirage“ bot dann eine große Prise Klaus Schulze-Feeling. Und doch trug das Stück die eigene Handschrift von Frank Tischer. In „Twinkwling Stars“ brachte die bestimmende Pianomelodie mit schnellen Klangfolgen ein neues Flair in seine Liveperformance. Dabei verschmolz er immer mehr mit der Musik und spielte sich förmlich in einen Rausch. Das war vor allem daran zu erkennen, dass er Minutenlang mit geschlossenen Augen und teils mit einer Mimik spielte, so als wäre er von dieser Welt entrückt und eins mit seiner Musik. Ein berauschendes Bild das zeigte, dass er in seiner Musik völlig aufging. Danach kam eine kurze Unterbrechung, in der er seine Sounds neu einstellte, was zu diesem Zeitpunkt zu einem großen Zwischenapplaus führte.

    

    

Er machte dann mit dem wunderbaren Stück „Voyage“ weiter. Ein knackiger Rhythmus und herrliche synthetische Harmonien leiteten in dieses Stück ein. Darauf setzte er dann eine eingängige fast schon hymnische Melodie. Dazu wurden auf der Leinwand Planeten projiziert, was sehr gut zur Musik passte. Mit dem druckvollen, rhythmischen „Cosmic1“ von seinem „Mirage“-Album und dem romantischen, „Discovery“, das mich in einigen Passagen so ein bisschen an „Chariots Of Fire“ von Vangelis erinnerte, beendete er dann sein eindruckvolles Konzert.

    

Der Lohn für dieses wunderbare Konzert war dann tosender Applaus vom fachkundigen Publikum.

    

                
 

Setlist

M 31
Gemini Rising
Circumpolar
La Grand Mirage
Twinkling Stars
Voyager
Cosmic1
Discovery

Stephan Schelle, Februar 2026

     

Konzert Rike & Erik

Konzert KelMen