The Imaginaries - Fever
Bertus (2025)
(12 Stücke, 42:06 Minuten Spielzeit)

The Imaginaries, das sind Maggie McClure (Gesang, Percussion, Wurlitzer, Piano, Vibraphon) und Shane Henry (Gesang, Akustikgitarre, E-Gitarre). Das Musikerehepaar aus Oklahoma verbindet Shanes virtuoses Bluesrock-Gitarrenspiel und Maggies mutig-verletzliche Singer-/Songwriter-Attitüde zu wunderbaren Americana-Songs, die an Tom Petty, Fleetwood Mac, The Civil Wars oder Bonnie Riatt erinnern.


Ihr Album „Fever“ erschien bereits im August 2025 in den USA und wird 2026 weltweit veröffentlicht. Die CD-Version erscheint in einem sechsseitigen Digipak. Die Beiden haben sich zahlreiche Musiker ins Studio geholt darunter so bekannte Namen wie Ariel Rosen, Vince Gill und vor allem Joe Bonamassa.

Mit dem Knallersong „Fever“ startet das Duo auch gleich sehr druckvoll und mit viel Spielfreude. Der Song, der schon zeigt das die beiden Stimmen sich hervorragend ergänzen, nimmt sofort gefangen und ist für mich das Highlight des Albums. Das erinnert mich ein wenig an Bands wie Fleetwood Mac oder auch den Soundtrack zu Daisy Jones & The Six von Amazon Prime.

In der Midtemponummer „Wishing Well“ greift dann Ariel Rosen in die Saiten seiner Gitarre. Aber die Gesangsstimmen von Maggie und Shane sind hier das Salz in der Suppe, auch wenn die Slide-Gitarre eine besondere Atmosphäre mit einbringt.

Der wohl bekannteste Gastmusiker gibt sich dann in der Eigenkomposition „Crossroads“ die Ehre. Hier verfeinert Joe Bonamassa mit der Bottleneck-Technik den Song, der eine bluesige Note verströmt. Ein sehr schönes Stück. Ein wenig Countryfeeling kommt dann mit „Whole Lotta Livin’“ auf, bei dem Vince Gill zur Gitarre greift.

Im balladesken „Constant“, das sanft durch den Raum weht, singt Maggie in einer sehr ruhigen und verträumten Art, die gut zu dem Song passt. Blues und Country kommt danach im lockeren Song „I Knew It Was You“ auf. Das hat darüber hinaus auch Popappeal.

Die Wüste lebt in „Buzzard’s Roost“, denn hier kommt nun eine Spur TexMex als weiteres Stilelement hinzu, was auch an einige Western erinnert. Das liegt unter anderem auch an den Bläsern, der  Mundharmonika und den Gitarren. Shane übernimmt hier den Lead-Gesang, während Maggie sich mehr im Background hält. Das ist ein weiteres Highlight des Albums.

Mit „Little By Little“ wird es dann wieder ein bisschen besinnlicher. Die Slide-Gitarre und das Banjo sorgen erneut für eine Spur Country. Popfeeling kommt danach im Song „Breaker“ auf. Musikalisch hat „Riding That High“ etwas von einem Tom Petty-Song, wobei natürlich die beiden Stimmen eine ganz andere Atmosphäre verströmen. Ein klasse Song.

Mit „Here For You“ kommt dann eine weitere Ballade, die vor allem durch die Akustikgitarre getragen wird. Und mit dem ebenfalls sehr balladesken „Lucky Ones“ geht es dann aus dem Album.

„Fever“, das zweite Studioalbum von The Imaginaries, bietet herrliche Americana-Songs, die teils mit Blues und auch Pop-Elementen versetzt sind. Vor allem das Titelstück ist ein echter Knallersong.

Stephan Schelle, Juni 2026

   

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