We Stood Like Kings - Pinocchio
Kapitän Platte / Cargo Records (2026)
(9 Stücke, 49:40  Minuten Spielzeit)

Die belgischen Postrocker We Stood Like Kings aus Belgien präsentierten ihr sechstes Album „Pinocchio“ am 10.04.2026. Mit ihrem Album „Pinocchio“ überschreiten die klavierlastigen Post-Rocker We Stood Like Kings aus Belgien eine Schwelle und stellen sich ihrer kühnsten Wandlung in 15 Jahren Bandgeschichte. Härter und direkter markiert dieses neue Album einen echten Wendepunkt, den die Band ohne zu zögern als „We Stood Like Kings 2.0“ bezeichnet.


„Das fühlt sich wirklich wie ‚We Stood Like Kings 2.0’ an. Es könnte das Album sein, das wir schon immer machen wollten“, sagt die Pianistin Judith Hoorens. Mit Titeln wie „Fire Eater“, „Attila of the Sea“ und „Dead Blue Fairy“ greift das 50-minütige Konzeptalbum „Pinocchio“ die zeitlose Initiationsgeschichte von Pinocchio auf und betrachtet sie durch eine düstere Linse aus Verrat, Manipulation und Machtspielen.

„Zum ersten Mal seit unseren Anfängen im Jahr 2011 wurden die visuellen Elemente um unsere Musik herum gestaltet, nicht umgekehrt. Ich glaube, dieses Gefühl der Freiheit kommt auf dem Album wirklich zum Ausdruck“, sagt Judith Hoorens. Die Kinovorführungen unter dem Titel „Pinocchio Revisited“ zeigen animierte Visuals von Cartoonbase Studio, die auf den eindrucksvollen Schwarz-Weiß- und farbenfrohen Illustrationen des renommierten belgischen Künstlers Carll Cneut basieren.

Die CD-Version (es gibt auch eine Vinyl- und Digitalvariante) erschien in einem vierseitigen Papersleeve. Das LineUp der Band besteht aus Judith Hoorens, Diego Di Vito, Colin Delloye und Lucas Vanderputten.

Gestartet wird mit dem Stück „Assassins“, das mit sanften Pianoklängen beginnt. Aber schon nach wenigen Momenten wird dieser zarte Beginn durch heftige, fette Gitarrenriffs durchbrochen, die eine Metal-Wand hochziehen. Das ist druckvoll und wird dann melodisch durch eine Keyboardmelodie begleitet. Die Band wechselt im Verlauf zwischen sanften und druckvollen Passagen, was teils ein cineastisches Flair verströmt. Man kann entspannen und headbangen zugleich.

„The Field Of Wonders“ beginnt ebenfalls sehr sanft und atmosphärisch mit Klangtupfern von den Keyboards. Darauf setzt das Quartett dann zunächst atmosphärische Gitarrenklänge. Langsam entwickelt sich das Stück um dann in der Mitte wieder mit heftigen Riffs förmlich zu explodieren. Das ist spannend und fesselt vor den Boxen.

Ein schöner Gitarrenpart leitet danach das Stück „Fire Eater“ ein. Dieser mutiert aber nach wenigen Momenten ebenfalls zu metalartigen Riffmonstern. „Attila Of The Sea“ startet sehr atmosphärisch mit einer schönen Stimmung aus perlenden Keyboardklängen und atmosphärischen Gitarren. Das konterkariert die Band dann aber erneut mit metalartigen, fetten Riffs, die sich zu einer Wall Of Sound auftürmen. Und in diesem Stil geht es dann auch auf dem kompletten Album weiter.

Auf ihrem sechsten Album „Pinocchio“ bietet die belgische Band We Stood Like Kings Postrock, der sich mit Metal und cineastischen Klängen verbindet. Das ist eine sehr spannende und fesselnde Kombination mit fetten Riffs und einer gehörigen Portion Druck.

Stephan Schelle, Juli 2026

   

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