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Thistle
Sifter – Forever The Optimist Thistle Sifter (Distelfänger) nennt sich das cineastische Post-Rock-Projekt des englischen Musikers Pete Barnes (Utrecht, NL). Nach einem schweren Fahrradunfall im November 2020 geriet Thistle Sifter in eine Krise und wurde für Barnes zu einer Plattform, auf der er seine persönlichen Kämpfe und Emotionen zum Ausdruck bringen konnte und die Zuhörer in eine ätherische Welt aus ruhigem Post-Rock, spacigen Synth-Klängen, sich entwickelnden Soundscapes und Lo-Fi-Folk entführte. |
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Stark inspiriert von den Schriftstellern Jay Griffiths, George Monbiot, Omar El Akkad und Siddharth Kara, behandeln die acht Kompositionen Themen wie Landnutzung, Tierrechte, Kobaltabbau im Kongo, Klimawandel, Neoliberalismus und die Mitschuld der Medien am Völkermord. Jeder Titel des Albums wird von thematischen Visuals begleitet. Die Stücke auf „Forever The Optimist“, das am 06.02.2026 erscheint, sind allerdings instrumental. Das meiste hat Pete Barnes selbst mit Ausnahme von Schlagzeug und Percussion, die von Koen Klarenbeek, Cello von Marta Jiménez Ramirez, Viola von Maria Garcia, Violine von Damián Cabedo Vicente und Begoña Hernández Gallardo kommen, eingespielt. Darüber hinaus haben noch Nils Breunese und Tom Broshuis einige Gitarrenparts eingespielt. Die CD erscheint in einem vierseitigen Papersleeve. Das Album startet mit dem nicht ganz dreiminütigen „Anthropocene“. Zunächst sind Synthesizerklänge auszumachen in die sich nach wenigen Momenten dann ein Schlagzeugrhythmus einfügt. Sobald dann die Gitarre einsetzt ist man im Postrock angekommen. Das geht aber alles noch sehr gemächlich und melodisch zu. Danach folgt mit „Ghost Acres“ das längste Stück des Albums das es auf mehr als acht Minuten bringt. Herrlich atmosphärische Gitarren sind hier die Grundlage des Stückes. In diese Atmosphäre hat Pete einig gesprochene Texte eingefügt. Nach etwa drei Minuten kommt dann aber ein treibender Schlagzeugrhythmus auf und die Dynamik steigert sich immer mehr bis dann alles in dem atmosphärischen Stil des Beginns ausklingt. Ein klasse Track. Mit Akustikgitarre geht es dann im nächsten Stück „Atop A Horrid Hill” weiter. Das klingt jetzt symphonisch, was auch durch die Streichinstrumente hervorgerufen wird. Das Stück hat aber eine gewisse Intensität, die fesselt. Elektronischer zeigt sich dann „One Fleeting Glance”. Hier verbinden sich zunächst elektronische Klänge mit dem Schlagwerk um nach einigen Momenten in den Postrockmodus zu schalten. Eine Pianomelodie eröffnet dann das Stück „Endling”. Das ist ein sanftes aber auch monumental wirkendes Stück. In der zweiten Hälfte kommen Percussion und Schlagwerk auf, die nun für rockige Atmosphäre sorgen. Das hat aber auch etwas von einem monumentalen Soundtrack. Atmosphärisch geht es in „Weightless” weiter. Hier spielt Pete mit der Dynamik die von sanft zu druckvoll wechselt. Das Stück „Et In Arcadia Ego” zeigt dann wieder die Postrockseite der Band. Und mit dem von Piano und Streichern bestimmten, sehr symphonisch angelegten Titelstück „Forever The Optimist“ endet dann das Album. „Forever The Optimist“ von Thistle Sifter ist ein teils sehr ruhiges und symphonisches Postrock-Album. Die Harmonien und Melodien gehen dabei sehr gut ins Ohr, so dass eine relaxte und angenehme Atmosphäre entsteht. Ein Album, bei dem man so richtig abschalten kann. Stephan Schelle, Februar 2026 |
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