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Taihr - Allicanto „Allicanto“ ist das zweite Album der deutschen Alternative-Band Taihr. Die Band ist eine bunte Truppe, nicht nur, weil zwei ihrer Mitglieder aus Chile stammen und der Musik einen lateinamerikanischen Touch verleihen, sondern auch, weil alle Musiker unterschiedliche stilistische Hintergründe haben. Neben Indie, Progressive und Alternative Rock sind auch Jazz, Funk und Math Rock wesentliche Elemente des musikalischen Schmelztiegels, aus dem Taihr geschmiedet ist. Diese Elemente verleihen Taihr einen ganz eigenen Sound und eine klangliche Tiefe, in die jeder eintauchen kann, unabhängig von jeglichen Genrekonventionen. |
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Auch der Albumtitel „Allicanto“ ist kein Zufall: Allicanto ist ein mythologischer Vogel aus der chilenischen Folklore, der Bergleute zu Erz-, Gold- und Silberadern führte. Allicanto ziert nun auch das Albumcover und soll die Zuhörer zu musikalischen Erzadern führen – insbesondere zu jenen, die vom Suchenden entdeckt werden sollen. Das Album, deren CD-Version in einem vierseitigen Digipak am 19.06.2026 erscheint, wurde in folgender Besetzung eingespielt: Genesis Trinidad Galvez Jaramillo (Gesang), David Zilz (Schlagzeug, Percussion), Leon Schmidtke (E-Gitarre, Akustikgitarre, Mandoline), Mauricio Ricardo Inostroza Andrade (Keyboards, Synthesizer, Flügelhorn, Backgroundgesang), Maximilian Hartmann (E-Gitarre, Akustikgitarre), Martin Halbfass (Saxophon) und Tobias Losch (Bass). Was sofort ins Ohr springt, ist der Gesangsstil von Genesis Trinidad Galvez Jaramillo. Im Opener „Kiss“, das mit Keyboardsounds wie beim Alan Parsons Project beginnt, dann aber schnell durch Gitarre, Bass und Schlagzeug sowie Saxophon in eine ganz andere, eigenwillige Richtung geht, sticht die markante, hohe Stimme der Sängerin heraus. Das besitzt ein ganz besonderes Flair und nimmt schnell gefangen, auch wenn man die Musik nicht wirklich in eine Schublade stecken kann. Schon in diesem ersten Stück verpackt die Band verschiedenste Stilistiken. Leicht funkige Gitarren und Saxophon eröffnen dann das Stück „Pisco Fury“, das eine tollen Groove besitzt. Die Band wechselt auch hier die Stilistiken und kommt nach dem groovenden Beginn in einen Part, der neben Alternative auch jazzige Formen aufweist. Eine schöne Akustikgitarrenpassage leitet das Stück „Paper Birds“ ein. Das Stück geht schnell ins Ohr und hat Popappeal. Eine sanfte Akustikgitarre startet in das Stück „Heavy Rain“, das besinnlich durch den Raum weht. Die Band wechselt im Verlauf zwischen sanften und etwas druckvolleren Passagen. „Playing Cards“ beginnt recht atmosphärisch. Die Bläsersounds und der spanische Gesang führen in lateinamerikanische Gefilde und vermischen dies mit eingängigen Jazzklängen und Artrock. Zum Ende hin wird es dann gar ekstatisch und rhythmisch. „Skeleton Hooves“ und „Tortugas“ beschließen das Album dann. Wobei „Tortugas“ lateinamerikanische Klänge mit Alternative und Jazz verbindet. „Allicanto“ der Band Taihr ist ein äußerst spannendes Werk, bei dem verschiedenste musikalische Stile miteinander perfekt verbunden werden. Das Album sollte in einem durchgehört werden, so verbreitet es seine ganze Strahlkraft. Die Stücke klingen ungewöhnlich, bieten aber einen weiten Klangraum der gefangen nimmt. Man sollte sich lediglich an die Gesangsstimme von Genesis Trinidad Galvez Jaramillo gewöhnen, die manchmal etwas hoch und piepsig rüberkommt, was aber der guten Gesamtstimmung nicht schadet. Das ist halt auch ein Markenzeichen der Band. Stephan Schelle, Juni 2026 |
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