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Raccomandata
con Ricevuta di Ritorno – In Fuga Raccomandata con Ricevuta di Ritorno ist eine italienische Formation, die bereites 1972 ihr Debütalbum veröffentlichte. Am 09.05.2025 ist ihr neues Album mit dem Titel „In Fuga“ veröffentlicht worden. Hier zunächst einige Infos aus dem Pressetext: |
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Die Hauptakteure dieses
Comebacks sind in erster Linie seine lebenslangen Freunde Walter Martino
(Schlagzeuger bei Goblin, Libra und vielen anderen) und Nanni Civitenga
(Bassist bei Raccomandata seit den Anfängen), sowie verschiedene andere
Musiker, die dazu beitragen, das Klangspektrum des Projekts zu erweitern.
Die Songs auf „In Fuga“ erinnern oft an die eher proggigen und epischen
Seiten von Uriah Heep und Deep Purple, geschmückt mit Blasinstrumenten (Flöte
und Saxophon) und unauslöschlich geprägt von Luciano Regolis immer noch
ausdrucksstarker, unglaublicher Stimme. Gestartet wird dem gut fünfminütigen
„Incubo“, bei dem die ersten Klänge schon mal in Richtung Deep Purple
& Co. gehen. Da der Gesang von Luciano Regoli in der italienischen
Heimatsprache dargeboten wird, zeigt dies schon den ersten Unterschied zu
den britischen Vorbildern. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, das
dauert aber nicht lange da Regoli sehr druckvoll agiert und auch die
Melodie und der Rhythmus von „Incubo“ sehr eingängig ist. Im letzten
Drittel kommt dann auch noch ein sehr schönes Keyboardsolo auf. Das hat
was vom 70’er Jahre Rock, der aber in das heutige Zeitalter
transformiert wurde und alles andere als altbacken wirkt. Glockenklänge wie von
Big Ben eröffnen dann das siebenminütige „Mary Reilly“. Hier geht es
jetzt etwas ruhiger als im Eröffnungsstück zu. Gerade der Anfang besitzt
ein gewisses Progfeeling. Dann wechselt das Ganze nach anderthalb Minuten
in einen sanften Rocksong, der schon fast intim wirkt. Es werden aber auch
Breaks eingebaut, die einen Kontrapunkt zu der überwiegend sanften
Stimmung darstellen. Ein Geigensolo setzt dann noch mal einen weiteren
Akzent im letzten Drittel. Und auch das Saxophon kommt im letzten Viertel
noch zum Einsatz. Sehr atmosphärisch
startet die Band dann in das siebenminütige „Sognando“, bei dem
Regoli mit einem typischen italienischen Gesang einsetzt der ein wenig
Folklore-Stimmung verbreitet. Man hat das Gefühl ein Stück zu hören,
bei dem ein Paar einen intensiven Tanz hinlegt. Zwischendurch erhöht die
Band dann aber den Druck und wechselt in einen rockigen Part. Sie spielt
hier geschickt mit unterschiedlichen Stilmitteln und Dynamiken. Chorgesänge und
treibende Perkussion leiten in das mehr als fünfminütige „Nubiano“
ein. Das Stück ist recht perkussiv angelegt. Auf Trommelkaskaden legt
Regoli einen Gesang, der mit Echoeffekten für mehr Volumen sorgt. Dann
legt die Band nach gut einer Minute mit einem kraftvollen Rocksound los,
der eine Mischung aus Hardrock und Prog darstellt. Sehr schön ist hier
der treibende Bass, der von Perkussion vorangetrieben wird. Auch kommen
einige Sounds auf, die nach Bläsern klingen. In der Mitte wechselt die
Band dann in einen zunächst ruhigen und sanfteren Part, bei dem auch
wieder Geigenklänge aufkommen. Das neunminütige
„Ancora l’ombra“ startet mit herrlichen Orgelklängen, so wie man es
von den 70’er Jahre Bands her kennt. Darauf setzt Regoli seinen
nachdenklichen Gesang. Ein Bassmotiv sowie eine Flöte begleiten diesen
Part. Vor allem die Flöte bringt eine zarte Note ein. Sobald sich dann
Schlagzeug und Gitarre mit einbringen wird es rockiger ohne diesen sanften
Charakter abzustreifen. Die Band wechselt in dem Longtrack Melodien,
Strukturen und Rhythmen. Das nur anderthalbminütige
„Sandrina“ beendet dann das Album. Hier wird Regoli nur von einer
Akustikgitarre begleitet. Er singt nicht nur, sondern pfeift auch eine
Melodie. Das sanfte Lied wirkt als sei es in einem Heimstudio allein
aufgenommen worden. Auch wenn das neue Album
von der italienischen Band Raccomandata con Ricevuta di Ritorno nur gerade
mal 35 Minuten lang ist, so bietet es doch gute Rockmusik die in den
70’er Jahren verortet ist. Wenn man sich an die italienische Sprache gewöhnt
hat, dann verbreitet die Musik einen ganz besonderen Reiz. Darüber hinaus
bieten die Stücke schöne Soli. Stephan Schelle, Januar 2026 |
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