Paper Crown - Letters
Apollon Records (2026)

(12 Stücke, 45:27 Minuten Spielzeit)

Paper Crown ist ein Musikprojekt das im Kern aus Ørnulv Snortheim und Johanne Kippersund (sie kennt man in der Progszene auch als Sängerin der Band Meer) besteht. Am 06.03.2026 erscheint nach „Dreamers“ (2021) und „Half Bad“ (2023) das mittlerweile dritte Album dieses Duos aus Norwegen.


„Letters“ ist das Ergebnis eines langen und akribischen kreativen Prozesses, bei dem Gitarrist, Produzent und Songwriter Ørnulv Snortheim und Sängerin und Texterin Johanne Kippersund eng, geduldig und mit viel Liebe zum Detail zusammengearbeitet haben. Das Album wurde in Snortheims eigenem Dakkota Studio in Hamar, Norwegen, aufgenommen und produziert. Schlagzeuger Børre Flyen ist auf dem gesamten Album zu hören, und die Violinistin Aud Ingebjørg Barstad verleiht ausgewählten Titeln wunderschöne Streichertexturen.

Musikalisch lässt sich „Letters“ von der organischen Wärme der Aufnahmen der 1970er Jahre inspirieren – mit weitläufigen Arrangements und lebendigen, atmenden Instrumentierungen –, während es gleichzeitig deutlich auf den alternativen Pop-Rock der 1990er Jahre verweist, mit starken Melodien, markanten Gitarrenlinien, roher Energie und einem Geist der Erforschung. Das Ergebnis ist ein Sound, der sowohl nostalgisch als auch zeitgemäß wirkt und Letters zum bislang vollständigsten Release des Duos macht.

Textlich dreht sich das Album um Identität, Zeit, Beziehungen und Transformation. Die Songs bieten Raum für Melancholie, Hoffnung, Selbstironie und Widerstandsfähigkeit. „Letters“ fühlt sich wie eine Sammlung von Botschaften an – an die Vergangenheit, die Zukunft und an die Menschen, die uns auf unserem Weg prägen.

Den Reigen der zwölf Stücke eröffnet das vierminütige „Someone Else“. Das Stück startet mit rockigen Gitarren. Johanne setzt darauf ihren Gesang. Das Ganze wirkt wie eine Mischung aus sanftem Rock, Pop und einer Prise Jazz. Das folgende Titelstück ist dann noch eingängiger und bietet eine wunderbare Melodie. Der sanfte Song mit countrymäßigen Gitarreneinschüben geht schnell ins Ohr und Johannes wunderbare Stimme tut ihr Übriges.

Und so geht es dann mit Popfeeling und einer Prise sanftem Rock auch in „Four Leaf Clover“ weiter. Auch dieses Stück besticht durch eine eingängige Melodie und einen guten Groove. Atmosphärisch geht es dann in „Thorns“ weiter. Der Song schmeichelt sich förmlich in den Gehörgängen ein und bietet zum Ende hin noch ein sehr schönes Gitarrensolo.

„Knees Deep“ besticht durch eine eingängige Melodie und hätte in den 90’er Jahren ein Hit werden können, da es Ohrwurmqualitäten besitzt. Und auch die restlichen Stücke bieten herrliche und eingängige Melodien.

„Letters“ der norwegischen Band Paper Crown ist ein schönes Album, das Rock mit Pop vermischt und gut ins Ohr geht.

Stephan Schelle, März 2026

   

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