Michel Fernandez Quimtet – Live au Hot Club de Lyon
Atypeek Music / The Orchard (2025)

(8 Stücke, 67:20 Minuten Spielzeit)

Am 18.04.2025 erschien der Livemittschnitt „Live au Hot Club de Lyon“ vom Michel Fernandez Quintet. Da mir der Jazzmusiker Michel Fernandez und seine Musik unbekannt sind, hier einige Informationen aus dem Pressetext:


Michel Fernandez, ein nomadisierender Saxophonist und Komponist, liefert vibrierende Musik, die Körper und Geist gleichermaßen erweckt. Zwischen bezaubernden Grooves und berauschenden Trancezuständen schöpft er aus den Wurzeln des Jazz, um die Verbindung zur Erde und die Seele des Erhabenen wiederzubeleben. Von der Glut des Free Jazz, den er mitgestaltet hat, über den Blues, den er erforscht hat, bis hin zu den Einflüssen karibischer, afrikanischer und brasilianischer Kulturen setzt Michel Fernandez in jedem Atemzug eine ursprüngliche Energie frei, mit dem Wunsch, diese intensiven musikalischen Welten zu teilen.

Als Schlüsselfigur des Jazz seit über 50 Jahren findet er im Magnetic Orchestra mit François Gallix am Kontrabass, Nicolas Serret am Schlagzeug, Benoît Thévenot am Klavier und Julien Chignier, dem jüngsten Mitglied der Gruppe, die perfekte Synergie. Gemeinsam bilden sie ein explosives Quintett, in dem sich die Saxophone in transzendentaler Harmonie erheben und verflechten, wobei sich rhythmische Kraft mit harmonischer Tiefe verbindet. Dies alles wird auf ihrem neuesten Album „Live au Hot Club de Lyon“ lebendig.

Michel Fernandez, der in Lyon lebende Saxophonist und Komponist, präsentiert sein neues Album Live at the Hot Club de Lyon, das von Ludwig Laisné, dem Präsidenten des Clubs, aufgenommen wurde. Dieses Album markiert seine Entwicklung hin zu einem Quintett mit zwei Saxophonisten, eine Richtung, die er mit seinem letzten Album Global Warning (2022) eingeschlagen hat. Neben Benoît Thévenot (Klavier), François Gallix (Kontrabass) und Nicolas Serret (Schlagzeug) vervollständigen Julien Chignier (Alt- und Baritonsaxophon) und Michel Fernandez am Sopran- und Tenorsaxophon die Gruppe.

Die Setlist enthält sowohl herausragende Titel der letzten Alben als auch neue Kompositionen. Darunter „La forêt de Bougarabou“ (ein traditionelles Lied aus der Casamance), das von Chignier mit seinen Saxophonen neu interpretiert wird, und „Archie“, eine Komposition von Gallix, bei der die Saxophone im Geiste von Archie Shepp spielen. Der Titeltrack „Global Warning“ mit seinen kraftvollen Saxophonen und dem hellen Klavier vermittelt eine Botschaft der Hoffnung.

Der Schlagzeuger Nicolas Serret bietet mit „Chromatisme crânien“, eine dynamische Komposition, während „Diminutions“ (Fernandez) das Zusammenspiel der Saxophone hervorhebt. „For Ludwig L.“ ist ein Tenorsaxophonsolo, das dem Direktor des Hot Club de Lyon gewidmet ist. Der Hot Club de Lyon wurde 1948 gegründet und ist der älteste aktive Jazzclub Europas. „Xongly“ (Pierre Dorge) wird zu einem zentralen Stück in diesem Konzert, mit kraftvollen Saxophonen und brillantem Klavier. Das letzte Stück, „High Life“ (ursprünglich aus dem 2019er Album „Mélanges de Rages“), schließt das Album mit einem beschwingten Calypso ab.

Mit „Archie“ sticht ein Stück heraus, das in der ersten Hälfte von einem mehrminütigen Solo auf dem Kontrabass bestimmt wird. Das ist eine spannende Angelegenheit. Die anderen Instrumente setzen erst ab der Mitte ein. Dann dominieren aber wieder die Saxophone, die von sanften Piano- und Schlagzeugtupfern untermalt werden. In „For Ludwig L.“ wird ein Solo auf dem Tenorsaxophon präsentiert. Die restlichen Instrumentalstücke sind purer melodischer Jazz.

Auf dem Mitschnitt ist ein eingespieltes Jazzquintett zu hören, das melodischen Jazz spielt, der vor allem von den Blasinstrumenten bestimmt wird. Die Songs besitzen einen guten Groove und sind durchweg melodisch angelegt. Auch klanglich ist das Album hervorragend produziert, so dass alle Instrumente klar rüberkommen. Auch die Liveatmosphäre wurde durch die Zuschauerreaktionen gut eingefangen.

Stephan Schelle, Januar 2026

   

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