Mad Vantage - Minutiae.
Art As Catharsis (2025)

(8 Stücke, 47:32 Minuten Spielzeit)

Die gefeierte Komponistin und Instrumentalistin SOLUNE veröffentlicht mit „Minutiae.“ das Debütalbum ihres genreübergreifenden Projekts Mad Vantage. Mit einer mitreißenden Mischung aus Progressive Metal, Nu-Jazz und elektronischen Klängen positioniert sich SOLUNE als beeindruckende neue Stimme der Heavy-Musik und erobert die Szene mit präzisen Grooves, üppigen Harmonien und unbändiger Kreativität.


Das Album ist am 07.11.2025 auf LP, CD und digital erschienen. Es enthält acht Instrumentalstücke mit Laufzeiten zwischen 1:11 und 8:17 Minuten Spielzeit. Mein Exemplar kam in einem einfachen Papersleeve. Ob das die endgültige Aufmachung ist, kann ich leider nicht sagen.

„Minutiae.“ verbindet die rhythmische Präzision des Jazz mit der Wucht von Verzerrung, Double-Kick-Pedalen und Synthesizern und präsentiert eine Klanglandschaft, die von jahrelanger künstlerischer Entwicklung geprägt ist. Das Album wurde live im Studio mit ihrer Band aufgenommen und lebt von Echtzeit-Interaktion, die polyrhythmische Intensität liefert, ohne dabei den menschlichen Puls zu verlieren.

„Nach zahlreichen gemeinsamen Veröffentlichungen und einer Fülle von Aufnahmen als Begleitmusikerin in den letzten 10 Jahren ist „Minutiae.“ das erste Album, das ich als Solokünstlerin herausbringe“, sagt SOLUNE. „Ich wollte ein starkes Statement setzen, als ich endlich meine Solokarriere startete, und ich finde, dieses Album ist ein gutes Beispiel dafür. Es sagt: ‚Ich bin hier, um Lärm zu machen’, und ich hoffe, dass die Leute zuhören werden.“ Aber so lärmig wirkt die Musik nun wirklich nicht.

„Minutiae.“ beschäftigt sich mit den Themen Erosion und Stärke – sowohl innerlich als auch äußerlich – und reflektiert persönliche und gesellschaftliche Veränderungen im Zeitalter der digitalen Transformation. Es ist Musik der Katharsis, der Selbstdefinition und der trotzigen Verletzlichkeit. „Dieses Album ist der Höhepunkt jahrelangen Wachstums und Lernens“, sagt SOLUNE. „In einer Branche, in der immer noch Vorurteile gegenüber Frauen bestehen, wollte ich mir treu bleiben.

Schon im ersten, sechsminütigen Track „Matriarch“ zeigt sich diese Mischung aus Progressive Metal und Jazz. Der Track weist zwar eine technisch hochwertige Instrumentierung auf, bleibt dabei aber immer melodisch und ist nicht zu verkopft angelegt.

Darauf folgt dann das achtminütige „Perpetual Cave”. Schlagzeug und Keyboard erzeugen zunächst eine recht jazzige Stimmung. Auch die einsetzende Gitarre bewegt sich dann noch im Jazzbereich, strahlt aber auch schon rockige Elemente aus. Sirenenartige Keyboardklänge durchziehen danach den Song bis es dann mit filigranen, temporeichen Tastenklängen weitergeht, die von elektronischen Klängen umspült werden.

Elektronische Klänge leiten in das nächste Stück, „Terranea”, ein. Doch schon nach wenigen Momenten ändert sich die Stimmung, die nun in einen Progressive-Metal/Jazz-Mix übergeht. Aber auch hier steht die Melodie im Vordergrund, obwohl es so einige Breaks im siebeneinhalbminütigen Track gibt. Sehr gut gefallen hier die Keyboardsoli, die zeitweise die Melodielinie übernehmen. Ein absolut spannender Track.

Ebenfalls auf siebeneinhalb Minuten bringt es das Stück „Ictus”, das mit Glockenklängen und einem dumpfen Keyboardsound beginnt. Dann setzen Gitarren im gleichen Klang ein und vermischen sich mit einem druckvollen, treibenden Schlagzeugrhythmus. In diesem Track herrscht klar Progressive Metal vor.

„Pervade Your Mind” beginnt mit einem Bassmotiv und treibendem Schlagwerk. Sobald die Keyboardsounds einsetzen wirkt das Ganze etwas experimentell. Nach wenigen Momenten wird es dann aber wieder recht jazzig. Ein rhythmischer Titel, auf den man sich einlassen muss.

Die letzten drei Stücke bilden dann die Parts von „Cataclym“. Es beginnt mit dem anderthalbminütigen „Cataclym Pt 1” und einer mit Hall ummantelten Pianomelodie. Das geht dann nahtlos in das etwas mehr als siebenminütige „Cataclym Pt 2” über. Hier wird es dann schon rockiger mit kraftvollen Gitarren und treibendem Schlagzeug. Eine wunderbare, abwechslungsreiche und melodische Melange aus Metal und Jazzrock. Den Abschluss bildet dann das etwas mehr als einminütige Stück „Cataclym Pt 3”, das etwas wirr und verworren klingt und abrupt endet. Ein jazziger Ausklang aus dem Album.

Auch für nicht so jazzaffine Personen geht die Musik auf dem Album „Minutiae.“ von Mad Vantage recht gut ins Ohr. Die Stücke bewegen sich auf technisch hohem Niveau, ähnlich wie Bands der Marke Panzerballett, aber nicht so verkopft und auf Technik ausgelegt.

Stephan Schelle, Januar 2026

   

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