John Rose - Wings
FinestNoise Releases / CD Baby (2020)

(12 Stücke, 49:10 Minuten Spielzeit)

John Rose ist das Pseudonym des deutschen Sängers und Multiinstrumentalisten Johannes Rösgen. Nach dem letztjährigen Album „The Key“ erscheint am 02.10.2020 mit dem Album „Wings“ der dritte Longplayer von John Rose. Das Dutzend Songs hat Rösgen bis auf wenige Ausnahmen im Alleingang eingespielt. Lediglich bei einigen Songs hat er sich die Hilfe der Gastmusiker Paulina Obstój (Cello), Peter Torres (Saxophon), Wolfgang Schwarz (Schlagzeug, Percussion), Robert Thomas (Piano) und Rolf Krechel (Keyboards) eingeholt.


Ein markanter Bass und ein rhythmisches Schlagwerk leiten in den ersten Song des Albums „Change!“ ein. Nach wenigen Momenten kommen Orgel Gitarre und Gesang hinzu und man wähnt sich musikalisch in den 70’er Jahren. Hardrock der 70’er gepaart mit proggigen Elementen bietet dieser erste Track, bei dem vor allem auch die Orgelsounds für Retrofeeling sorgen.

„How Could I Be So Blind?“ ist eine wunderschöne Ballade, die über weite Strecken vom Piano getragen wird. Da schmeichelt sich Johannes Stimme gleich im Gehörgang ein. Eine Spur Neo-Prog findet sich ebenfalls in diesem atmosphärischen Song. „Pay The Price“ tritt rhythmisch wieder mehr aufs Gaspedal. Der Song hat eine eingängige Melodie und vermischt Rock mit Popappeal. Das Titelstück zeigt sich dann als melancholische Gitarrenballade, die mit symphonischen Keyboardharmonien verwoben ist.

Soundmäßig beginnt „The One I Want“ mit einer tollen Gitarrenpassage, die klar und transparent aus den Boxen kommt. Die Melodie erinnert in einigen Passagen, vor allem im Refrain, ein wenig an Pink Floyd bzw. die Soloarbeitern von Roger Waters. Druckvoller wird es dann im Song „Fool Of Love“, was vor allem am Schlagzeug liegt. Durch Verfremdung seiner Stimme bringt Johannes dann im Song „Stay Awhile“ Abwechslung in seinen meist doch recht cleanen Gesangsstil. „A Good Man Is Hard To Find“ enthält dann einige Klänge, die an die Simple Minds erinnern, ohne die Band aber zu kopieren, dazu ist John Rose’s Stil zu eigenständig.

Mit „Diese Zeit bleibt“ hat John Rose dann noch einen Bonustitel auf dem Album, dessen Text aus englischer und deutscher Sprache besteht. Hier überzeugen vor allem die herrlichen Keyboardsounds, die an die 70’er Jahre erinnern. Der deutsche Text steht dem Song darüber hinaus sehr gut. Aus meiner Sicht sollte Johannes Rösgen dieses noch ausbauen, denn seine Stimme passt ganz hervorragend zur deutschen Sprache.

Wie schon der Vorgänger „The Key“ ist auch „Wings“ recht clean produziert. Beim neuen Werk hat Johannes Rösgen aka John Rose viel Wert auf eingängige Melodien gelegt und das ist sein großes Plus. Insgesamt wirkt „Wings“ in sich stimmiger als der Vorgänger.

Stephan Schelle, September 2020

   

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