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GO MUSIC – Unvorherhörbar – 30 Years Es gibt Coverbands die sich stark am Original halten und Coverbands, die Stücke anderer Musiker in ihrer eigenen Art interpretieren. Zu letztgenannten zählt das Musikprojekt GO MUSIC von Martin Engelien (u. a. Klaus Lage Band, Albert Mangelsdorff, Tabaluga & Lili, Helge Schneider...). Zum 30jährigen Bestehen der Konzertreihe GO MUSIC veröffentlicht Engelien am 29.05.2026 das Album „Unvorherhörbar 30 Years“, auf dem sich 15 Stücke befinden, die im Zeitraum 2023 bis 2026 live mitgeschnitten wurden. |
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Die Idee zu der mittlerweile so bekannten wie beliebten Konzertreihe kam Martin Engelien - der bis heute bei über 100 CD-Produktionen mitgewirkt hat, die sich zusammen über 10 Millionen mal verkauft haben - Ende der 1980er Jahre im Backstagebereich von „Wetten dass ... “, als er bei den Proben mit Erschrecken feststellen musste, wie er und die Musiker-Kollegen von kreativen Machern zu Kamerastatisten degradiert wurden. Aus purer Liebe zur Musik und Spaß am Spielen rief Engelien daraufhin die Konzertreihe GO MUSIC ins Leben, deren Startschuss im Mai 1996 im Jazzkeller Krefeld fiel. Im Zentrum steht dabei stets die Idee, Musik als unmittelbares Erlebnis zu begreifen – roh, ehrlich und voller Energie. GO MUSIC verzichtet bewusst auf starre Konzepte und setzt stattdessen auf musikalische Begegnungen, die im Moment entstehen. Jeder Abend ist einzigartig. Jeder Ton Teil einer Geschichte, die nur einmal erzählt wird. Neben 13 Coverversionen finden sich auf den Silberlingen auch zwei Eigenkompositionen. Diese sind jeweils als erstes Stück auf den beiden CDs platziert. CD 1 startet mit der fast zwölfminütigen Eigenkomposition „Footprint In February“. In diesem Longtrack zeigt sich schon die ganze Spielfreude, Kreativität und Stielvielfalt des Projektes. Auch wird deutlich, dass hier Profimusiker am Werk sind, die nicht nur ihr Handwerk verstehen sondern auch das Gefühl für perfekte Harmonien, Melodien und Soli haben. Der Instrumentaltrack bietet herrlich atmosphärischen, leicht jazzigen Rock. Zu Beginn der zweiten Hälfte präsentiert Thomas Lieven dann ein sehr schönes Schlagzeugsolo. Und auch Martin Engelien spielt danach eine sehr markante Basslinie. Das ist hervorragend gemacht und sorgte bei dem Konzert in Krefeld für Zwischenapplaus. Darauf folgen sieben Coverversionen, die es wahrlich in sich haben. Das beginnt mit dem Toto-Song „Kingdom Of Desire“. Die Liveband macht daraus eine hervorragende, rockige Version, die sofort gefangen nimmt. Darauf folgt eine grandiose Version von Teddy Swims „Lose Control". Was Simon Novosky da an den Tasten aber vor allem am Mikro raushaut sorgt für Gänsehaut. Er geht mit seiner Stimme in Höhenbereiche, die für Gänsehaut sorgen und beim Konzert zu heftigem Applaus führten. Auch die Instrumentalparts haben es in sich. Danach ist eine Interpretation des Rose Tattoo-Songs „Rock'n Roll Outlaw“ an der Reihe, die ebenso vom Hocker haut. Eine tolle Version mit herrlichen Soli. Der Doobie Brothers-Klassiker „Long Train Running“ bekommt in der Version von GO MUSIC neben funky Gitarren und Rhythmen auch eine gehörige Portion Jazzrock verpasst, was vor allem an Christian Felkes Saxophonspiel liegt. Und Martin Engelien verfeinert das Stück im zweiten Teil mit einem fesselnden Basssolo, bei dem er die Saiten hart anschlägt. Und auch Prince „Purple Rain“ weiß in der Livefassung von GO MUSIC zu überzeugen. Während man sich weitgehend am Original orientiert, hat man das Stück mit einem tollen Gitarrensolo aufgepeppt. Mike Rutherford startete mit „Silent Running“ eine zweite erfolgreiche Karriere mit seiner Band Mike & The Mechanics. GO MUSIC präsentierten das Stück in Oberhausen in einer sehr trockenen Version, die nicht ganz den Reiz des Originals erreicht, dann aber in der zweiten Hälfte durch wunderbare Soli fesselt. Die ganze Energie, die The Who in ihrer Frühphase mit „My Generation“ in den Äther bliesen, brachten GO MUSIC dann auch in Ibbenbüren auf die Bühne. Diese druckvolle Version, die im Mittelteil eine leicht jazzige Keyboardpassage besitzt, mit der etwas gänzlich Neues entsteht, beendet dann die erste CD. Der zweite Silberling startet dann mit einer gut 13minütigen Eigenkomposition, die den Titel „Be Kind Everyday“ trägt. Das ist auch wieder ein Instrumentalstück, das wie beim Opener der ersten CD voll überzeugt. Über weite Strecken übernimmt hier das Flötenspiel von Christian Felke die Melodieführung. Das agierende Quartett lässt sich aber viel Zeit für ausufernde Soli. Und auch hier darf ein akzentuiertes Schlagzeugsolo nicht fehlen, das von Jochen Welle geboten wird. Ein grandioses Stück. Danach sind dann wieder Coverversionen zu hören, beginnend mit „Stone Cold", bei dem nun bluesige Töne angeschlagen werden. Bill Withers „Grandma's Hands“ verpassen sie dann ebenfalls sehr schöne ausufernde Instrumentalparts. Gnarls Barkleys Song „Crazy“ wird ein wenig das Tempo entzogen, was dem Song aber nicht schadet. Svenja Schmidts Stimme passt hervorragend zu dem Song und sorgt darüber hinaus für Atmosphäre. Die Interpretation von Depeche Mode's Hit „Enjoy The Silence“ ist mit ihrer entschleunigenden Form musikalisch sehr gut umgesetzt. Allerdings muss man sich als Fan der Band ein wenig an die Gesangsinterpretation von Bo Heart gewöhnen. Hier holt für meinen Geschmack dann aber das Gitarrensolo von Joerg Dudys die Kohlen aus dem Feuer. „Black Velvet“, das im Original von Alannah Myles gesungen wurde, kommt in der Interpretation von GO MUSIC gut rüber. Martin Engelien ließ es sich nicht nehmen dem Stück noch ein eindringliches Basssolo zu spendieren. David Bowie's „Let's Dance“ ist dann auch wieder musikalisch gut umgesetzt, während mich der Gesang, der von Martin Ettrich in einer dreckig rausgehauen wird, nicht ganz überzeugt. „Unvoherhörbar 30 Years“ mit dem Martin Engelien das 30jährige Bestehen seines Liveprojektes GO MUSIC feiert, ist eine tolle Zusammenstellung von live mitgeschnittenen Coverversionen und zwei Eigenkompositionen, die die Klasse der beteiligten Musiker zeigt. Ich finde es immer wichtig, das Coverversionen mit einer eigenen Handschrift der Interpreten versehen werden und das gelingt Engelien und seinen Mitstreitern/innen auf ganzer Linie. Nach dem Hören der CDs möchte man am liebsten sofort ein Konzert von GO MUSIC besuchen. Somit ist das Album eine perfekte Visitenkarte von hoher Qualität. Stephan Schelle, Mai 2026 |
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