Flame Dream - Supervision
3VE Records (1982/2026)

(8 Stücke, 42:29 Minuten Spielzeit)

Innerhalb eines halben Jahres erscheint am 30.01.2026 die dritte Wiederveröffentlichung eines Albums der Schweizer Rockband Flame Dream. Nach „Out In The Dark“ (1981) und „Elements“ (1980) ist nun „Supervision“ an der Reihe, das im Januar 1982 erstmals veröffentlicht wurde. Das LineUp zeigte sich zum Vorgänger unverändert mit Pit Furrer (Schlagzeug, Percussion), Urs Hochuli (Bass, Basspedale), Roland Ruckstuhl (Piano, Orgel, Keyboards, Sequencer, Vocoder) und Peter Wolf (Gesang, Flöte, Saxophon, Percussion).


Die CD erscheint in einem vierseitigen Digipak mit einem sehr schön gemachten 20seitigen Booklet, in dem sich neben den Texten auch Livefotos befinden. Neben sieben kürzeren Stücken befindet sich mit „Paradise Lost“ auch wieder ein Longtrack von zwölf Minuten Spielzeit auf dem Album.

Das Album startet mit dem Stück „Blackmail“, bei dem schon deutlich wird, dass die Band auch Einflüsse des 80’er Jahre-Sounds mit in die Stücke hat einfließen lassen. So zeigen die Bass-, Sequenzer- und Keyboardmotive zu Beginn (sie werden auch immer mal wieder eingestreut) einen leichten Einfluss von Peter Schillings „Major Tom“. Dies verbindet die Band aber mit ihrem typischen Prog-Stil. Herausgekommen ist ein eingängiger Song, der sich schnell im Ohr festsetzt.

Das nur etwas mehr als zweiminütige Instrumentalstück „Dancing Into Daylight“ stellt eine sehr schön Kombination aus Akustikgitarre und Keyboards mit treibendem Schlagwerk dar und besticht durch eine sehr schöne Melodieführung. Es wirkt darüber hinaus wie das Intro zu dem folgenden Titeltrack, da beide nahtlos ineinander übergehen.

Der Titeltrack, der recht perkussiv beginnt, ist recht progressive angelegt und erinnert mich auch ein wenig an die späteren Werke von Hoelderlin. Die Saxophonklänge besitzen darüber hinaus eine leicht jazzige Note. Peter Wolf verziert das Ganze dann mit seiner sehr markanten Stimme.

Neo-Prog kommt dann in dem wunderbar sanften und melodischen Stück „Signs Of Solitude“ auf. Nach der Hälfte hat die Band dann noch eine treibende Instrumentalpassage eingebaut, bei der besonders sie Orgel Akzente setzt.

Danach geht es mit der sanften Ballade „Tragedy“ weiter, die eine wunderschöne Melodie bereit hält und sich wieder im Umfeld des Neo-Prog bewegt. Das sorgt für Gänsehaut.

Recht proggig geht es dann mit „Time For A Change“ weiter. Hier überzeugen die Keyboardpassagen während Peter Wolf sich mit einer Vocoderstimme duelliert. Ein Stück das vor allem durch Bass und Schlagwerk dynamisch nach vorn getrieben wird. Und im Mittelteil legt Roland Ruckstuhl dann noch ein treibendes Orgelsolo aufs Parkett.

Nach dem balladesken „Womans Art?“ endet das Album mit dem mehrteiligen Longtrack „Paradise Lost“, bei dem die Band nochmal alle Register zieht. Darin wechselt die Band zwischen sehr atmosphärischen, sanften, teils sakralen und druckvollen, rhythmischen Passagen. Das sorgt für viel Abwechslung und einen hohen Spannungsbogen.

Mit „Supervision“ der Schweizer Band Flame Dream ist ein weiterer Schatz der Progmusik endlich wieder erhältlich. Darauf verbindet sich auf gelungen Art Progressive Rock mit dem Sound der 80’er Jahre.

Stephan Schelle, Januar 2026

   

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