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Flame Dream -
Calatea Nach dem Erfolg der Wiederveröffentlichung der drei Alben von Flame Dream aus den Jahren 1980 bis 1982 erschien am 10.04.2026 ihr Debütalbum „Calatea” in remasterter Form, das ursprünglich im Jahr 1979 herausgekommen ist. Damit sind die ersten vier Studioalben nun erstmals auf CD erhältlich. Dies schließt auch gleichzeitig die Reissue-Kampagne der Schweizer Band ab. |
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Die CD kommt, wie schon bei den bisherigen Wiederveröffentlichungen, in einem sehr schön gemachten vierseitigen Digipak mit 20seitigem Booklet daher. Darin enthalten sind neben den Songtexten zahlreiche Fotos. Auch der Hintergrund des Konzeptalbums, das sich um die surreale Welt Calatea mit ihren wunderschönen Landschaften und seltsamen geometrischen Formen (wie Pyramiden, Kugeln und Cluster) dreht, ist im Booklet abgedruckt. Weiter heißt es im Booklet: Je mehr wir uns von äußeren Zwängen befreien, desto größer ist die Herausforderung, mit unserer eigenen Orientierungslosigkeit und Einsamkeit umzugehen. Dies ist der Kontext innerhalb der musikalischen Reise von Calatea. Stilistisch bewegt sich das Album im 70'er Jahre-Prog mit Einflüssen von Jazz und Klassik. Mit perlenden Keyboardklängen im eröffnenden „Gate To Calatea” treten wir durch das Tor nach Calatea. Hier treffen dann auch schon proggige und jazzige Elemente aufeinander, was die Musik in Richtung von Bands wie Van der Graaf Generator bringt. Dann setzt ein fetter Bass ein und Bläserklänge werden hinzugefügt. Im Verlauf gibt es dann auch noch mehrstimmigen Gesang. Schon in diesem ersten Song baut die Band einige Breaks ein, was aber insgesamt sehr stimmig ist. Weiter geht es mit „Survey From The Summit”, das mit einer sehr schönen Keyboardmelodie und Flötenklängen aufwartet. Das hat auch einen leichten Genesis-Touch, vor allem im letzten Teil, wenn Roland Ruckstuhl am Keyboard eine „The Lamb Lies Down On Broadway”-Passage einfügt. Allerdings wirkt der Leadgesang ein wenig angestrengt, was den guten Gesamteindruck aber nicht schmälert. Nach einigen Momenten würzen die Schweizer den Song mit jazzigen Klängen. „Volcano” ist mit mehr als elf Minuten der Longtrack des Albums. Das Stück wird von einem Pianosolo eingeleitet, das wie ein klassisches Werk anmutet. Das dauert aber gerade mal eine Minute bis sich wieder jazzrockige Klänge den Weg bahnen und sich mit herrlich proggigen Formen verbinden. In dem Stück wechseln sich leicht schräge mit herrlich melodiösen Passagen ab. Flöten- und nach Spinett klingende Klänge, die eingestreut werden, sorgen für einen weiteren Klassiktouch. Die Band wechselt in dem Longtrack mehrfach Struktur, Rhythmus und Melodie so dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. „Pyramids” wechselt erneut zwischen Prog und Jazz. In der zweiten Hälfte darf dann Roland Ruckstuhl seine Fingerfertigkeit an den Tasten beweisen. Das Instrumental „Apocalypse Of Sounds” erinnert dann zunächst auch an die Progbands der 70'er Jahre mit Genesis-Feeling, wechselt aber schnell in einen eigenen Stil bis hin zu klassischen Motiven. Mit dem Abschlusssong „Gate Out Of Calatea” verlassen wir dann Calatea wieder. Da geht es dann zunächst auch wieder recht jazzrockig weiter. In der zweiten Hälfte steht dann wieder 70'er Jahre Rock/Prog im Vordergrund. Das Debütalbum „Calatea” der Schweizer Formation Flame Dream hat die Zeichen der Zeit gut überstanden und klingt auch aus heutiger Sicht noch sehr gut. Eine gelungene Wiederveröffentlichung, die man sich gerne öfter in den Player legt. Stephan Schelle, April 2026 |
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