FB1964 - Punk und so
Guma Records (2026)
(25 Stücke, 76:55  Minuten Spielzeit)

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht Frank Badenhop mit seinem Musikprojekt FB1964 seit dem Jahr 2012 Alben. Dabei wechseln sich immer Alben mit Coverversionen („The Fearless Vampire Killers" Grundlage hierfür die Filmmusik von „Tanz der Vampire“, „Irish Steel“ (2018) irischer Folk und Metal, „German Steel“ (2020) Stücke deutscher Metalbands und „Ventus Metallum“ (2023) internationale Metalsongs) mit Werken ab, auf denen Frank Eigenkompositionen eingespielt hat.


Nach dem 2024'er „Seven Deadly Sins“ mit eigenen Stücken ist 2026 nun wieder ein Album mit Coverversionen an der Reihe. Auf dem Cover ist ein niedliches Einhorn zu sehen, wobei aber schon der Titel des Albums „Punk und so“ in eine andere, härtere Richtung weist. Der Silberling steckt in einem vierseitigen Digipak mit 32seitigem Booklet. In dem sind dieses Mal nicht die beteiligten Musiker abgebildet, sondern Hinweise auf die jeweiligen Bands, die die Stücke im Original gespielt haben. Lobenswert ist ebenfalls, das Frank seinem Motto treu geblieben ist und der Erlös der CDs wieder an Die „Rettet den Regenwald! “-Organisation gespendet wird. So leisten er und seine Mitstreiter seit 24 Jahren einen Beitrag zum Erhalt des Regenwaldes.

Der Kern des Projektes besteht - wie auch schon bei vorangegangenen Alben - aus Frank Badenhop (Gitarren), Mirko Gätje (Bass) und Hanno Kerstan (Schlagzeug). Darüber hinaus haben wieder zahlreiche Gastmusiker/innen teilgenommen. Die 25 Coverversionen stammen von so unterschiedlichen Acts wie Motörhead, Sex Pistols, Dead Kennedys, ABBA, Strassenjungs, Blondie, Bad Religion, Die Goldenen Zitronen, Twisted Sister, Patti Smith Group und Iggy And The Stooges, um nur die bekanntesten zu nennen. Die Laufzeiten der Stücke variieren von 1:25 bis 6:10 Minuten Spielzeit.

Mit dem Song „Don't Drag Me Down“ von Social Distortion startet das Album mit druckvollem Sound zwischen Punk und Metal. „R.A.M.O.N.E.S. “ von Motörhead ist ein nur anderthalbminütiger Song, der zunächst mit einer kurzen Version der Barszene aus dem Film "Krieg der Sterne" aus dem Jahr 1977 beginnt, dann aber schnell in einen fetzigen Metalpart übergeht, der auch punkig klingt.

Stakkato artige Schlagzeug- und Gitarrenrhythmen zünden dann in „Anthem Of Agony“ von Disfear ein heftiges musikalisches Feuerwerk. Danach ist dann Punk mit dem Sex Pistol-Song „Silly Thing“ angesagt. Die Sex Pistols sind dann auch nochmal mit „Berlin Was A Gas“ und einem „Medley“ auf dem Album vertreten. Fettes Schlagwerk und Bass zelebrieren dann bei dem Dead Kennedys-Stück „California über alles“ einen druckvollen Song, der auch ein wenig in Richtung Neue Deutsche Härte weist.

Fast schon atmosphärisch zeigt sich dann „Alternative“ von The Exploited in der ersten Hälfte um dann im zweiten Teil förmlich zu explodieren. Hochgradig spannend ist danach die Version von ABBA's „Eagle“. Der Song bekommt hier ein druckvolles Metal-Kleid verpasst. Wäre mal interessant was Frank und seine Mitstreiter auf einem Album mit nur ABBA-Coversongs machen würden. Das hätte seinen Reiz.

Punk aus deutschen Landen kommt dann mit „Birgit O.“ von den Strassenjungs. Und die Coverversion von Blondies „Hanging On A Telephone“ bekommt ebenfalls einen sehr druckvollen Anstrich. Punk mit Turbogitarren bietet „Woran glaubst du?“ von Agen. Das geht ab wie Schmitz Katze.

„Für Immer Punk“ von Die Goldenen Zitronen basiert auf der Melodie von „Forever Young“ von Alphaville. Der Song wird in deutscher und englischer Sprache gesungen. In den Song wurde dann auch noch eine Sequenz des The Who-Klassikers „My Generation“ eingefügt. Kraftvollen Metal bieten FB1964 dann mit Twisted Sister's „Love Is For Suckers“. Und kraftvoller Hardrock gemischt mit Punk präsentieren Frank & Co. dann bei Patti Smith's „Rock'N Roll Nigger“. Ein fünfeinhalbminütiges „Medley“ aus Sex Pistol-Songs beschließt dann das Album.

Auf seinem mittlerweile neunten Album „Punk und so“ bietet Frank Badenhop mit seinem Projekt FB1964 kraftvollen Punk, Metal und Rock'n Roll. Wie immer ist das sehr gut gemacht und macht richtig Spaß. Man sollte auch dieses Album erwerben, da man auch etwas gutes damit tut, denn die Erlöse gehen wieder an regenwald.org, die sich der Rettung des Regenwaldes verschrieben haben.

Stephan Schelle, Juni 2026

   

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