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Crayon Phase –
Synthtic Mind Die aus NRW stammende Band Crayon Phase, die bereits im Jahr 2013 mit ihrem Debütalbum „Within My Recollection“ auf der Neo-Progbühne erschien, hat am 30.09.2025 ihr drittes Album (zugleich das zweite Album bei Progressive Promotion Records) veröffentlicht. Auf ihrem 2019’er Zweitling „Two Hundred Pages“ hatte die Band ihren Neo-Prog-Sound um härtere Elemente erweitert, was ihrem Sound sichtlich gut getan hat. Ein weiteres hinzugekommenes Element im Bandsound war der neue Mann am Mikro, Raphael Gazal. Dies führt die Band auch auf ihrem neuen Album „Synthetic Mind“ fort. |
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Seit 2019 zeigt sich nun das Bandgefüge in unveränderter Form. Das Album, das als CD in einem vierseitigen Digipak mit 16-seitigem Booklet erschienen ist, wurde von Raphael Gazal (Gesang), Wolfgang Bähr (Gitarren), Arne Gröschel (Schlagzeug), Frank Wendel (Keyboards, Synthesizers) und Peter Damm (Bass-Gitarre, Bass-Pedals) eingespielt. Leider wird Raphael Gazal die Band verlassen. Crayon Phase sind daher auf der Suche nach einem neuen Sänger. Es soll aber auf jeden Fall weitergehen. Kommen wir zum neuen Album: Auch wenn das Album als Sammlung einzelner Songs konzipiert wurde, drehen sich alle Texte um ein zentrales Thema und fangen die spannende, aber auch beängstigende Reise der Gesellschaft von den Herausforderungen unserer Zeit in eine dystopische Zukunft ein. Es beinhaltet eine Reflexion über aktuelle Krisen, soziale Polarisierung, politische Spannungen sowie den rasanten Fortschritt und die Risiken moderner Technologien, KI und Robotik. Es thematisiert sowohl die Sehnsucht nach Innovation und Fortschritt als auch die Risiken und Herausforderungen, die mit unserer Abhängigkeit von Technologie verbunden sind. Die Gefahr, dass Gesellschaften aufgrund technologischer Fehlentwicklungen oder gesellschaftlichen Versagens scheitern, bietet eine nachdenkliche Perspektive auf die möglichen Folgen, sollte die Menschheit die Kontrolle über die Technologie verlieren. Nach atmosphärischem Beginn von herrlichen Keyboardsounds geht es schnell im achtminütigen „World of Chaos” druckvoll zur Sache, was vor allem am markanten Bass (der im Verlauf auch Ähnlichkeiten zu Chris Squires Stil aufweist) und der druckvollen E-Gitarre liegt. Ein klasse Opener, der zeigt, welchen qualitativen Sprung die Band gemacht hat. Auch das siebeneinhalbminütige „Mission” ist aus gleichem Holz geschnitzt und präsentiert sich schnell in einer druckvollen Spielart. Hier treibt das Schlagzeug den Song kontinuierlich nach vorne. Die Band versteht es aber den Fokus auf eingängige Harmonien und Melodien zu legen. Das sie es auch etwas getragener und ruhiger können, zeigt sich dann in dem sehr atmosphärischen, fast zehnminütigen „To The Stars”. Flächige Sounds, herrliche Gitarrenlicks, ein wiederum antreibender Bass und die einfühlsame Gesangsstimme setzten hier Akzente. In diesem Stück kommt dann auch der Neo-Prog mehr an die Oberfläche. Das mehr als sechsminütige „Deep Divide” bietet Neben den oben beschriebenen Stilelementen nun auch noch einen leichten AOR-Einschlag und vermischt dies mit einer Hardrockdynamik. Ein Knallersong, der vor allem durch eine sehr eingängige Melodie besticht. „The Synthetic Mind” bietet dann auf Sieben Minuten wieder mehr Druck, was vor allem am Schlagzeug liegt, das auch mal Stakkatoartig ausufert. Dies wird aber erneut mit NeoProg gemischt. Beendet wird das Album dann von dem elfminütigen „Insurrection”. In diesem Longtrack ziehen Crayon Phase noch einmal alle Register. Auf ihrem dritten Album „Synthtic Mind” zeigt die deutsche Band Crayon Phase einen deutlichen Qualitätssprung und es kommt die eigene Handschrift noch besser zur Geltung. Durchzogen sind die einzelnen Stücke darüber hinaus von sehr schönen Soli und Instrumentalpassagen. Es ist der Band zu wünschen, dass sie schnell einen neuen Sänger finden, der ein ähnlicher Shouter ist wie Gazal, denn seine variable Stimme passte hervorragend zu den Songs. Stephan Schelle, April 2026 |
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