BLiTZ – Bitter Me
Fastball Music / BOB-MEDIA (2026)
(10 Stücke, 38:34 Minuten Spielzeit)

BLiTZ ist das Industrial-Metal-Projekt des in Boston / USA ansässigen Musikers und Produzenten Edge Dennis. Ursprünglich am Berklee College of Music entstanden, entwickelte sich das Projekt zu einer Live-Band, die ihre Intensität auf die Bühne bringt. Edge Dennis (Gesang, Gitarren, Synthesizer, Bass, Schlagzeug) hat das Album fast komplett allein eingespielt. Eric Leber hat noch zusätzliche Synthesizer und Programmierungen in vier Stücken und Marco Salazar Bass bei „Carnival“ eingespielt.


„Bitter Me“ ist das Debütalbum (Veröffentlichung am 12.06.2026) von BLiTZ. Es erscheint in einem Jewelcase mit achtseitigem Booklet. Musikalisch bietet de Band Neue Deutsche Härte (NDH), verbunden mit cineastischen Synthesizer-Klängen und Metalkaskaden.

Es geht gleich mächtig los im Opener „Blitzkrieg“. Da sind zunächst elektronische Klänge und Schlagwerk zu hören und wechseln schnell in kraftvolle, metallige Riffs. Der Song überzeugt aber auch durch eine eingängige Melodie. Der Mittelteil besitzt ein schönes Keyboardsolo, das von knackigen Riffs und druckvollem Schlagwerk begleitet wird. Das geht gut ab und lässt auf eine hervorragende Liveperformance schließen.

Mit heftigen Riffs startet dann das nächste Stück „The Score“. Diese werden von Keyboardklängen untermauert, die dem Stück die besondere Würze verleihen. Auch hier gibt es eine eingängige Melodie, die besonders im Refrain zündet.

Sehr elektronisch geht es dann bei „Sudden Death“ zu, hier sind dann auch - was den Rhythmus angeht - erstmals Parallelen zu Bands wie Rammstein zu finden. Edges Stimme schreit den Songtext fast raus. Ein leicht düsterer Song.

„My Enemy“ startet dagegen mit einer sehr schönen, melodischen Gitarrenpassage. Sobald der Gesang einsetzt kommt kurz eine Spur Electropop auf. Nach etwas mehr als einer Minute entwickelt sich der Song aber in einen sanften Hardrocktrack mit viel Gefühl.

Dreckige Gitarrensounds leiten dann in den nächsten Song „The Game“ ein. Der besitzt einen stampfenden Groove und hat auch AOR-Anklänge sowie einen leichten Retrotouch. Fetzig zeigt sich dagegen das Titelstück „Bitter Me“, bei dem jetzt heftig losgerockt wird. Ein trockenes Schlagwerk und heftige Riffs leiten den Song zunächst ein, sobald dann aber die Gesangsstimme einsetzt wird es sanfter und atmosphärischer. Hier spielt Edge mit sanften, von Synthesizerklängen untermauerten, mit fast schon metalartigen Passagen, in denen Edges Stimme kurz vorm Growl ist.

Ein fettes Bassmotiv startet den Song „Vermillion Vein“, bei dem auch wieder etwas NDH der Marke Rammstein & Co. herauszuhören ist. Hardrock bestimmt dann den Song „The Forsaken“ und verbindet dies ebenfalls mit NDH, während Edge den Text förmlich rausrotzt.

„Carnival“ bietet dann zu Beginn wieder sehr elektronische Klänge die zum Tanzen einladen, dann aber wiederum Rammstein artige Sounds hinzufügen. Und auch der letzte Song „Take Me Alive“ hat was von Rammstein & Co.

Das Debütalbum „Bitter Me“ des US-amerikanischen Projektes von Edge Dennis bietet melodischen Hardrock mit Metalanleihen und Elementen der NDH (das erinnert teilweise auch an Rammstein & Co.). Edge legt dabei aber immer Wert auf eingängige Melodien und verbindet sie mit härteren Rhythmen und Synthesizerverzierungen. Das passt sehr gut zusammen.

Stephan Schelle, Juni 2026

   

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