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Tectonia - Luna (The Moon) Tectonia nennt der niederländische Elektronikmusiker Ricardo Verschut sein Musikprojekt. Er kann auf zahlreiche Veröffentlichungen (s. Bandcamp) und auch Konzerte zurückschauen. In 2025 erschien sein Album „Luna (The Moon)“ mit dem er bei der Schallwelle-Preisverleihung 2025, die am 21.02.2026 in der Rohrmeisterei in Schwerte stattfand, ordentlich abräumen. Nicht nur sein Album belegte den ersten Platz, auch in der Rubrik „Künstler international“ räumte er die begehrte Trophäe ab. |
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Im Innenteil des Booklets hat Ricardo geschrieben: Dieses Album wurde mit modularer Hardware komponiert und produziert. Alle Tracks wurden zu Beginn auf der Bühne live gespielt, um sie weiter in die letzten Tracks einleben zu lassen, die weit auf diesem Album aufgenommen wurden. Da der modulare Synthesizer ein sehr unvorhersehbares, temperamentvolles und schrulliges Instrument ist, werden die Entwicklungen oft zu unerwarteten klanglichen Edelsteinen, die sehr schwer zu reproduzieren sind. Der modulare Synthesizer ist ein großes Instrument, das aus zahlreichen Modulen mit sehr unterschiedlichen Funktionen besteht. Danach hat Ricardo dann eine Reihe der verwendeten Geräte aufgelistet. Mit einem Sprachsample aus einer NASA-Mission startet der erste. sechsminütige Track „Tranquility Base“. Dann setzt sofort der Sequenzer ein und sorgt für ein stetiges Rhythmusmuster. Aus dem Off kommen dann langsam flächige, harmonische Sounds auf. Nach anderthalb Minuten kommt ein Perkussionrhythmus hinzu, der zunächst ein wenig tickend klingt. Darauf setzt Ricardo Arpeggios und Flächensounds. Das hat eine hypnotische Strahlkraft. Der Track wird nur sehr langsam weiterentwickelt und mit zusätzlichen Rhythmusmustern versehen. Darauf folgt das siebeneinhalbminütige „It's Nice To Be In Orbit“. Zu Beginn ist es recht spacig mit weiten, flächigen Klängen. Es dauert einige Momente bis sich dann sanfte Harmonien mit einem harmonischen Sequenzerrhythmus verbinden. Dahinein kommen einige rhythmische Elemente und es entwickelt sich langsam ein sehr schöner melodischer Track. Der große Grieche Vangelis hat mit seinem Album „Albedo 0.39“ ein grandioses Werk geschaffen. Tectonia aka Ricardo Verschut hat auf sein Album einen Track mit dem Titel „Albedo 0.12“ platziert. Das achtminütige Stück beginnt mit flackernden Synthies, die von Synthietupfern durchbrochen werden, während eine weibliche Stimme auf englisch das Thema erklärt. Dann setzt ein technoartiger Beat ein, was eine tolle Stimmung erzeugt. Da kann man nicht ruhig vor den Boxen sitzen bleiben. Ricardo entwickelt das Stück nur langsam weiter. Das nicht ganz siebenminütige „Montes Carpatus“ startet dann auch wieder mit Sprachsamples von einer NASA-Mission. Dazu sorgt ein Sequenzer für herrliche, harmonische Klangfarben, in die ein Bassklang immer wieder eingestreut wird. Im Verlauf kommt dann ein heller Synthesizersound auf, der nun die Melodieführung übernimmt. Das Ganze erzeugt, trotz der rhythmischen Elemente, eine tolle relaxte Stimmung. Düstere Klänge und erneute Sprachsamples eröffnen das achteinhalbminütige „Tycho“. Es dauert nicht lange und Flächen schälen sich aus dem Off heraus und werden mit einem Rhythmusmuster überzogen. Einige echohafte Klänge mischen sich mit hinein. Das wirkt spacig und unwirklich zugleich, besitzt aber eine luftige Atmosphäre. Wenn dann eine basslastige Melodielinie aufkommt und sich mit leicht dröhnenden Klängen und harmonischen Arpeggios verbindet, bekommt der Track ein besonderes Flair. Das ist spannend gemacht. Das zehnminütige „The Far Side Of The Moon“ ist ein ruhiger Track mit atmosphärischen Klängen in die sich immer mal wieder Sounds mischen, die wie ein Windspiel klingen. Dahinein setzt Ricardo dann auch Melodielinien. Insgesamt aber ein sehr spaciger, ruhig dahinmäandernder Track. „Oceanus Procellarum“ bringt es auf etwas mehr als vier Minuten Spielzeit. Es beginnt zunächst recht verhalten mit sich wiederholenden Klangfolgen. Nach gut anderthalb Minuten gesellen sich dann flächige Harmnonien hinzu. So zieht das Stück dann mäandernd dahin. Stimmen die Entfernungen durchsagen eröffnen dann das siebeneinhalbminütige „Blue Ghost - Return To The Moon“ zu dem zunächst perlende Klänge das Geschehen untermalen. Dann kommt ein Rhythmus auf, der dem Ganzen einen schönen Groove verpasst. Nach gut zwei Minuten wird die Dynamik angezogen und es wird melodisch. Im Verlauf wechselt Tectonia dann auch noch Sounds und Melodie. Ein schöner Track, der sich ins Ohr einschmeichelt. Das siebenminütige „The Romance Factor“ schließt das Album dann ab. Hier scheint Tectonia eine Abendstimmung mit Blick auf den Mond aufzubauen, denn man hört einige Geräusche und so etwas wie Hundegebell. Dazu spricht eine sanfte männliche Stimme einen kurzen Text. Dann setzt der Rhythmus ein und Harmonien kommen auf, die an Acts wie Enigma erinnern. Ein sanfter, harmonischer Abschluss. „Luna (The Moon)“ von Tectonia aka Ricardo Verschut ist ein spaciges aber auch rhythmisches Elektronikalbum. Ricardo hat dabei das Thema Mond sehr gut umgesetzt. Stephan Schelle, April 2026 |
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