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Michael Brückner – Mellotron Immersion Das Jahr 2026 eröffnet der deutsche Elektronikmusiker Michael Brückner wieder mit einem eingängigeren Album, als es die letzten Veröffentlichungen des Vorjahres darstellten. Es nennt sich „Mellotron Immersion“. Und wie der Titel schon sagt, so herrschen auf dem Album Mellotronklänge vor, was die Stücke dann auch wieder in Richtung „Berliner Schule“ bringt. Die CD-Version enthält drei Longtracks, die Downloadversion darüber hinaus noch den 82minütigen Track „Mellotron Immersion (Original Version)“. |
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Michael schreibt in dem Booklet, dass die Mellotron-Sounds nicht von einem echten Mellotron kommen, sondern von einem der besten Emulatoren, dem MTron Pro IV von Force, das mit Samples der Originalinstrumente arbeitet. Michael hat die Stücke so ein bisschen in der Art von seinem Lieblingsalbum von Edgar Froese („Epsilon In Malaysian Pale“) erstellt, ohne dieses aber zu kopieren. Die erste CDR enthält den 77minütigen Longtrack „Mellotron Immersion“ in der CD Version. Schnell ist man im Sound der „Berliner Schule“ gefangen. Herrliche Mellotronsounds kommen schon zu Beginn auf und erzeugen eine herrlich wohlige Stimmung. Da schweben zunächst sanfte Klangformation durch den Raum, die sich in zarten Melodiebögen auflösen. Nach neun Minuten kommt dann eine Stimmung auf, die mich an einen Wüstenritt denken lässt. Das Stück entwickelt sich langsam und zieht einen förmlich sogartig in eine hypnotische Stimmung. Ein wunderbarer Track. Die zweite CDR startet mit dem 33minütigen „Monolith“. Dieser Track beginnt recht mysteriös mit ungewöhnlichen, leicht düsteren Klangskulpturen. Michael setzt dahinein einige wabernde Flächen und weitere mysteriöse Klangformationen. Es dauert etwas mehr als 19 Minuten bis sich dann ein Rhythmusmuster herauskristallisiert und das Ganze nun in Richtung Tangerine Dream der Endsiebziger weist. Auch hat das etwas von den Soundtracks eines John Carpenter. Gerade dieser Part, der von den rhythmischen Strukturen durchzogen wird, strahlt eine ungeheure Faszination aus. Der letzte Titel des Albums ist dann das 44minütige „Mellotron Sequences“. Hier herrschen, wie schon der Titel verrät, wieder die Mellotronklänge vor. Michael ergänzt sie hier aber durch einige Arpeggios und so schweben die Mellotronklänge förmlich, von perlenden Harmonien durchzogen, auf die Hörer zu. Nach einigen Momenten kommt auch noch ein Sequenzerrhythmus auf und treibt das Stück weiter voran. Man wird somit immer mehr in diesen warmen Sound hineingezogen. Michael Brückner hat mit „Mellotron Immersion“ Anfang 2026 ein wunderbares Album im Stile der „Berliner Schule“ eingespielt. Man kann sich in diesen beiden Silberlingen förmlich verlieren. Ein klasse Album. Stephan Schelle, Februar 2026 |
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