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Michael Brückner – A
Sequence Of Colours Der Elektronikmusiker Michael Brückner ist schon ein Phänomen. Trotz seines großen Outputs überrascht er immer wieder mit seiner Vielfältigkeit. So versteht er es die unterschiedlichsten Stilrichtungen in seine Elektronikmusik einzubinden, so dass es nie langweilig und vorhersehbar wird. Der Output von Michael Brückner ist mittlerweile so groß, dass er unüberschaubar geworden ist. Sein neuestes Werk, das auch als CDR veröffentlicht wurde, trägt den Titel „A Sequence Of Colours“. |
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Es beginnt auf dem
ersten Silberling mit „A Sequence Of Colours - Part 1“. Anfangs sind
fiebrige Klangmuster zu hören, die mich von der Klangfarbe auch an
Soundtrackparts von „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ erinnern.
Das sind aber nur Fragmente. Es dauert mehr als eine Minute, bis sich diese
mystischen Klangmuster mit voluminösen Flächen verbinden und leichte
Harmonien aufkommen. Insgesamt ein recht mysteriöser Beginn, der aber
langsam an melodischer Kompetenz gewinnt. In „Part 2“ geht es
dann wesentlich harmonischer zur Sache. Schon die ersten Klänge bieten eine
sehr schöne Atmosphäre, die nach wenigen Momenten durch einen ruhigen
Drumrhythmus sowie Bassmotive ergänzt werden. Das hat was loungiges und
entspannendes. Michael lässt dabei auch seine Synthesizer das ein oder
andere Mal perlend durch den Raum gleiten. In den ersten Minuten
von „Part 3“ geht es zunächst wieder etwas mysteriös mit
Klangskulpturen weiter. Sobald dann aber der Rhythmus einsetzt und erneut
Synthesizerklänge aufkommen, die wie an einer Perlenschnur vorbeiziehen,
ist wieder dieses loungige Flair da. Michael spendiert diesem Part aber noch
eine hinreißende Melodielinie. Ein klasse Track. In „Part 4“ wird der
Rhythmus dann ein wenig angezogen und Klänge, die auch an Kraftwerk
erinnern, kommen immer mal wieder auf. Ein wenig experimentell wird es dann
im Mittelteil, um danach wieder in diesen faszinierenden, rhythmischen Teil
überzugehen. Etwas besinnlicher zeigt sich „Part 5“. Die Stimmung wird
aber in den einzelnen Parts beibehalten, so dass kein Bruch entsteht. Flirrende Synthesizer
kommen danach in „Part 6“ auf. Bestimmendes Element ist auch hier der
knackige Rhythmus. Zum Ende hin geht es dann über in einen flächig/perlenden
Teil, der eine relaxte Stimmung erzeugt. Mit dem eher ruhigen „Part 7“
endet dann zunächst der Titeltrack. Der Synthesizerrhythmus
vom folgenden „Sequential Blue“ erinnert ein wenig an Kraftwerks „Die
Mensch Maschine“. Michael legt darauf aber seine eigene Melodiefolge.
„Emerald Green“ beginnt dagegen zunächst recht sanft und melodisch, um
danach in einen rhythmischen, melodischen Part zu wechseln, der gut ins Ohr
geht. Ein sehr eingängiges Stück. Nach zwei Stücken kommt
dann der letzte Teil des Titelstücks, „A Sequence Of Colours - Part 8“,
an die Reihe. Das ist ein abwechslungsreicher Track, der eine leicht jazzige
Note besitzt und einen schönen Groove besitzt. Hier gehen sanfte Rhythmen
mit flirrenden Synthesizerklängen eine Verbindung ein. Zwischendurch sind
aber auch leicht experimentelle Passagen auszumachen. „Glowing Like Gold“
beginnt recht ruhig und sanft mit flächigen Sounds. Auch ein paar
Vangelis-Tupfer mit „Blade Runner“-Esprit hat Michael eingebaut. Sobald
dann aber der Sequenzer einen Rhythmus vorgibt, ändert sich das Klangbild
und wechselt in einen Stil, der ein wenig an Tangerine Dream erinnert, ohne
diesen aber zu kopieren. Vor allem jetzt geht Michael äußerst melodisch
ans Werk. Das Stück „The
Builder Of Rainbows“, das es auf fast 13 Minuten bringt, beschließt dann
den ersten Silberling. Nach einem leicht spacigen Beginn wird es nach etwas
mehr als einer Minute recht rhythmisch. Vor allem der basslastige
Rhythmussound hat eine Menge Pep. Darauf setzt Michael dann noch eine schöne
Melodielinie. Allein schon wegen diesem ersten Silberling ist für Freunde
melodischer Elektronikmusik der Kauf empfehlenswert. Der zweite Silberling
bietet aber noch mal ein Dutzend Stücke. Auf dem zweiten Datenträger
geht es dann mit „Prelude - Space 1975“ weiter. Das Stück beginnt mit
einer Art von elektronischen Windgeräuschen, die mit einigen Soundtupfern
versehen sind. Das wirkt zunächst wieder etwas experimentell und bekommt im
Verlauf auch noch eine etwas düstere Atmosphäre. Nahtlos schließt sich
dann „Stepping Out“ an. Das Stück beginnt zunächst auch recht spacig
und mysteriös, transformiert sich aber nach etwa einer Minute zu einem
melodisch, rhythmischen Track. Ein ruhiges Stück, das in der Mitte dann
durch Arpeggios in einen anderen, etwas rhythmischeren Part übergeht. Danach setzt nahtlos
„Nostalgia - Part 1“ an. Ein Teil eines fünfteiligen Tracks, dessen
einzelne Parts über den zweiten Silberling verteilt sind. Ein angenehmer
Rhythmus und eine schöne Melodielinie bestimmen in diesem Stück das Bild.
Weiter geht es dann nahtlos mit „Venturing Into The Unknown“, das mit
fast 14 Minuten der längste Track der zweiten CD ist. Es beginnt noch recht
beschaulich, steigert sich vom Rhythmus aber immer mehr und mündet in einen
Part, in dem die Sequenzerrhythmen den Takt bestimmen und Michael darauf
sehr schöne Melodielinien setzt. Damit öffnet er weite Klangräume. „Nostalgia - Part 2“
startet mit herrlichen, basslastigen Synthesizerklängen, die von hellen Klängen
des Leadsynthies mit einer Melodielinie versehen sind. Diese docken an das
vorangegangene Stück an. So mäandert das Stück bis zu seinem Ende dahin.
Darauf folgt dann nahtlos „Weightless“, das es ebenfalls auf mehr als 13
Minuten Spielzeit bringt. Michael geht in diesem Longtrack auch wieder recht
rhythmisch zur Sache und führt die Stimmung der vorangegangenen Tracks
weiter. Man wird von diesen hypnotischen Sounds förmlich umgarnt. Der
Rhythmus ändert sich nur marginal und wird im Stück „Nostalgia - Part
3“ ähnlich fortgeführt. Es kommen aber weitere Klangmuster und Harmonien
auf. „Navigating The
Zone“ heißt der nächste Track, der mit perlenden Sequenzerrhythmen
aufwartet. Die zunächst noch recht ruhigen Harmonien werden schnell von
Arpeggios abgelöst. Es kommen auch ein paar disharmonische Klänge in
diesem Stück auf, das wie ein Zwischenspiel wirkt. „Nostalgia - Part 4“
hat zu Beginn eine Stimmung wie bei einem John Carpenter Film bzw.
Soundtrack. Doch nach wenigen Momenten kommt die Klangästhetik der
vorhergehenden Parts von „Nostalgia“ auf und erweitert diese noch. Ein
tolles Stück, das wieder Klangräume durch die Sounds und eine schöne
Melodie öffnet. „Dangerous Landing“
wirkt mystisch und spacig zugleich, während „Nostalgia - Part 5“ das
Flair der vorangegangenen Parts weiterführt. Das Album wird dann mit
„Epilogue - Space 2025“ abgeschlossen. In diesem letzten Track hat
Michael wieder - wie schon mit dem Eröffnungsstück auf CD 1 -
Klangskulpturen erstellt. Es ist wirklich
bemerkenswert welche musikalische Bandbreite die Veröffentlichungen von
Michael Brückner besitzen. Auf dem neuesten Werk, „A Sequence Of
Colours“, geht Michael sehr melodisch und rhythmisch ans Werk. Ein ums
andere Mal scheinen Acts wie Kraftwerk oder Tangerine Dream durch, ohne dass
er diese aber nachahmt. Michael besitzt vielmehr einen eigenen Stil, den er
lediglich mit einigen Zitaten oder Sounds der Vorbilder würzt. Ein klasse
Album. Stephan Schelle, Dezember 2025 |
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