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Lunaar - Message From Space Lunaar ist das Pseudonym des deutschen Elektronikmusikers Dirk Scussel. Das Album „Messages From Space“ ist schon im Jahr 1998 unter dem Namen Lunaar veröffentlicht worden. Im November 2025 hat Dirk dann das Album in einer überarbeiteten und neu interpretierten Form herausgebracht. Ursprünglich sollte es schon zum 25jährigen Jubiläum erscheinen, daher auch der Zusatz „refurbished 25th anniversary edition“. Aus diesem Grund hatte Dirk auch schon im Jahr 2022 mit der Überarbeitung angefangen. Er hatte allerdings den Aufwand unterschätzt und so dauerte es dann gut drei Jahre bis zur Fertigstellung. |
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Hier zunächst einige Infos zu Lunaar: Die Leidenschaft für Musik habe ich von meinem Vater geerbt. (Anmerkung: Dirk hat das Album seinem Vater gewidmet) Er selbst hat auch Musik gemacht, allerdings eher in Richtung Unterhaltungsmusik wie Schlager, Polka und auch Kirchenmusik. Daher stand zu Hause immer eine Orgel. Meine frühesten Erinnerungen gehen zurück zu einer einmanualigen Tiger-Orgel, später dann zweimanualige Yamaha-Orgeln. Als ich Ende der 70er das erst Mal mit der Musik von Jean-Michel Jarre in Kontakt kam, hat es mich sofort gepackt, denn dieser Sound hat mich bis heute nachhaltig beeindruckt und inspiriert. Mitte der 80er fing ich dann an, Lieder nach Gehör nachzuspielen. In den weiteren Jahren machte ich dann weiter mit Unterhaltungsmusik und absolvierte damit auf verschiedenen Anlässen viele Auftritte. Parallel arbeitete ich aber auch an eigenen Stücken, mittlerweile mit Workstation und Synthesizern und zwischen den Jahren 1989 und 1998 entstanden so die Stücke für mein Debütalbum „Messages From Space“, welches ich unter dem Künstlernamen Lunaar 1998 veröffentlichte. Ab dieser Zeit trat ich dann vermehrt als Lunaar auf, unter anderem auf der Schallwende-Grillfeier 1998 im Gruga-Park Essen und bei Winfrid Trenklers Schwingungen-Preisverleihung 1999, bei der ich dann auch den Preis als bester Newcomer 1998 und für das beste Album 1998 bekam, für mich eine große Ehre. Es folgten noch einige weitere Auftritte bis 2001, danach konzentrierte ich mich hauptsächlich auf Studioproduktionen, von denen dann unter anderen Namen auch ein paar den Weg in die Plattenläden fanden. Es folgte aus persönlichen Gründen eine längere musikalische Pause, in der Dirk sein Lunaar-Projekt aus den Augen verlor. Erst im Jahr 2022 kam ihm die Idee sein Debütalbum in neuer Form erneut herauszubringen. In der neuen Fassung hat Dirk alles allein eingespielt, nur bei zwei Stücken hat seine elfjährige Tochter Leandra ihn stimmlich unterstützt. Nun hat er wieder Lust bekommen, neue Musik einzuspielen, die dann auch auf einem zweiten Longplayer herauskommen soll. Einen Vorgeschmack gab es auf der vom Schallwelle-Verein veröffentlichten Sampler-CD „Schallplatte 28 – Die Welt der Pflanzen“ auf dem sein neues Stück „Growing Boldly Into Bright Skies“ enthalten ist. Es geht gleich mit dem gut elfminütigen Titelstück „A Message From Space“ los. Nach einem kurzen mysteriösen Start mit piependen und zischenden Klängen auf flächigen Sounds beginnt das Stück hymnisch mit einer herrlichen Melodielinie, die einen kleinen asiatischen Touch aufweist. Schnell kommen dann rhythmische Muster auf und nach anderthalb Minuten perlt es aus den Lautsprechern und es erfolgt ein Wechsel in einen nun druckvollen Part, der durch Zischen, Zirpen, Rhythmus- und Melodieführung auch ein wenig an Jean Michel Jarre erinnert. Jetzt nimmt das Stück so richtig Fahrt auf mit herrlichem Solo in der Mitte. Ein zeitloser, mitreißender Track. Spacig wird dann das achtminütige „Lunaar's Theme“ eröffnet, das mit schwebenden Klängen zunächst eine Weltraumatmosphäre erzeugt. Nach einigen Momenten schält sich dann eine sanfte Melodie heraus, die nach kurzem in eine Pianomelodie übergeht. Nach nicht ganz drei Minuten sorgt ein Schlagzeugrhythmus für mehr Drive. Dazu kommen weite flächige Sounds, die das Ganze wieder in einen hymnischen Part überführen. Aber auch hier hat Dirk ein paar kleine Spritzer Jarre in der Mitte eingebaut. Rhythmisch und im Dub-/Technostil zeigt sich dann das fünfeinhalbminütige „Mini Cluster (feat. Leandra)“. Grundlage ist hier ein pumpender Beat auf dem dann die Melodielinie gelegt ist. Leandra steuert einen lautmalerischen Gesang bei, der im zweiten Teil eingestreut wurde. Ein Track für den Club. Nach diesem druckvollen Stück geht es dann im siebeneinhalbminütigen „Talking With Myself“ wieder ruhiger zu. Dirk geht hier ähnlich wie im Opener vor. Da sind zunächst herrliche, sanfte Klänge und Harmonien auszumachen, die durch den Raum schweben. Nach einigen Momenten setzt dann ein Streichersound mit einer sanften Melodie darauf. Nach gut zwei Minuten kommt ein sanfter, druckvoller Rhythmus auf und unterstützt diese wunderbare Melodie. Im letzten Drittel zieht Dirk dann Rhythmus und Dynamik noch mal an. Das nicht ganz sechsminütige „A Piece Of Silence“ startet mit flächigen Sounds und setzt darauf einen sanften Dubrhythmus und eine eingängige Melodie. Das passt gut in die Stilrichtung von Tracks auf der „Cafe del Mar“-Reihe. Ein Track bei dem ich gerne einen Mixdrink am Strand zu mir nehmen würde. Danach wird es dann heftige denn das siebeneinhalbminütige „Ignition“ startet mit Industrial-Rhythmen und erinnert zunächst auch an Acts wie The Prodigy. Das kombiniert Dirk dann noch mit Klängen und Rhythmen die in Richtung Kraftwerk weisen und macht dann sein ganz eigenes Ding daraus. Zwischendrin hat Dirk aber auch immer mal wieder etwas sanftere Parts eingebaut. Hier spielt er mit der Dynamik und verschiedenen Stilistiken, was den Track spannend macht. Auf dem achteinhalbminütigen „Interminable (feat. Leandra)“ wirkt dann auch Dirks Tochter wieder mit. Es beginnt zunächst mit ruhigen Flächen. Aber schon nach wenigen Momenten kommen druckvolle Klänge auf, in die sich wieder lautmalerischer Gesang mischt. Ein Sequenzerrhythmus sorgt für den nötigen Drive. Es entwickelt sich langsam ein hymnischer Track bei dem aber einige Synthies für meinen Geschmack zu dominant sind und die herrliche Melodie überdecken. Mit einer sehr schönen Melodielinie startet danach das siebenminütige „Sunfloating“. Nach nicht ganz einer Minute würzt Dirk das Stück aber erneut mit einem pumpenden Rhythmus, der weitere vertrackte Rhythmusmuster enthält. Hier geht es dann auch wieder mehr in die Techno-Ecke. Nach anderthalb Minuten kommt dann eine Pianomelodie auf und das Ganze geht jetzt in Richtung Robert Miles („Children“). Vor allem die eingängige Melodie, die von einem treibenden Rhythmus begleitet wird, setzt sich sofort im Ohr fest. Das rhythmische, sechseinhalbminütige „Broken Dreams“ hat nicht nur einen pumpenden Rhythmus sondern besticht auch durch die Perkussionklänge und die Melodieführung. Abgeschlossen wird das Album von dem zwölfminütigen „Destination Of Mine - The Full Story“. Da geht es zunächst auch wieder sehr spacig zur Sache. Langsam entwickelt sich ein sehr schöner, hymnischer Track, bei dem die Weite des Weltalls herauszuhören ist. Dann kommen Schlagzeug und Perkussion auf, die ein monumentales Werk aus dem Abschlusstrack machen und sich auch gut als Soundtrack eignen würden. Das dauert aber nicht lange, denn Dirk variiert hier Strukturen, Rhythmen, Sounds und Melodien. So kommen auch technoide Rhythmen auf und auch der Stil des großen Franzosen Jean Michel Jarre blitzt an einigen Stellen auf. Ein sehr abwechslungsreicher Track, der alle Elemente von Lunaar's Musik enthält. „Messages From Space“ von Lunaar ist ein sehr schönes Album, das herrliche Melodien aufweist und zwischen der traditionellen Elektronikmusik, Spacmusic und Techno wandelt. Darüber hinaus hat Dirk Scussel auch noch einige Referenzen an Jean Michel Jarre eingebaut. Freunde der melodischen und rhythmischen elektronischen Musik sollten hier zuschlagen. Stephan Schelle, März 2026 |
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