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Leykam / Mark / Meyer –
Pioneering Spirit Am 30.11.2025 erschien das Album „Pioneering Spirit“ des elektronischen Trios Roman Leykam, Frank Mark und Frank Meyer. Roman Leykam und Frank Mark haben bereits einige Alben mit ambienten und teils experimentellen Klängen veröffentlicht. Jetzt haben sich beide um Frank Meyer verstärkt. Die instrumentale Aufteilung zeigt sich folgendermaßen: Roman Leykam (E-Gitarren, E-Fretless Gitarre, E-Oud, analoger Gitarrensynthesizer), Frank Mark (Beat/Samples Programmierung), Frank Meyer (Bass, Synthesizer, Keyboards, Samples). |
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Ein Dutzend Tracks mit
Laufzeiten von 3:38 bis 10:24 Minuten Spielzeit finden sich auf dem
Silberling (das Album kann auch über Bandcamp downgeloaded werden), der in
einem vierseitigen Papersleeve steckt. Das Trio startet mit dem
zehneinhalbminütigen „Invisible Cage“. Das Stück startet mit sanften
Flächen und tropfenden Klängen. Darauf setzt Roman dann seine atmosphärischen,
aber auch leicht schrägen Gitarrenklänge, so dass sich mystische
Klangskulpturen bilden. Auch einige rhythmische Elemente, die nach einer
organischen Perkussion klingen, werden in diesen Track eingebaut, was den
mystischen Charakter des Stückes noch verstärkt. Mit einem
Schlagzeugrhythmus geht es dann im nächsten Stück „Inspiring Effect“
weiter. Das klingt jetzt eine Spur harmonischer und hat gar einen leichten
jazzigen Rocktouch. Elektronischer wird es dann in „Things That Do Not
Exist“. Auch hier legen die Drei nun etwas mehr Wert auf Harmonien. Das
geht erstaunlich gut ins Ohr, ist aber mit Nichts zu vergleichen. Teils
loungig, dann wieder jazzig mit einigen disharmonisch anmutenden Einwürfen
zeigt sich dieser Track. Ein schöner Basslauf
sowie flächige Synthesizersounds starten das Stück „End Of A Long
Escape“. Da kommt wieder eine Mischung aus ambienter Elektronik und
rockigen Elementen auf. Dahinein legt Roman seine Gitarrenmotive. Hallige Klänge
leiten danach ins Stück „Narrow Ridge“ ein. Diese Soundcollagen wirken
jetzt wie ein fiebriger Traum. „Preserved
Curiosity“ klingt zunächst wieder recht mysteriös, wie die klangliche
Umsetzung einer Zwischenwelt. Dann setzt nach wenigen Momenten die E-Gitarre
ein und es kommt ein Schlagzeugrhythmus auf, was dem Ganzen wieder eine
leicht rockige Note verleiht. Auch einige Sprachsamples wurden in diesen
Track eingebaut. Sehr rhythmisch mit
knackigen Bassriffs und treibenden Rhythmen präsentiert sich danach
„Machine Language“. Das hat einen fetten Groove, wird aber immer wieder
von Breaks durchzogen. Auch das folgende „Adorable“ zeigt sich von einer
sehr rhythmischen Seite mit leicht arabischem Flair, was durch die
Perkussionelemente erzeugt wird. Mit dem Stück
„Interworld“ betritt das Trio gar Krautrockwege. Atmosphärisch geht es
dagegen in „Allusion“ zu. Frank Meyer hat sich
hervorragend in die Musik von Roman Leykam und Frank Mark eingefügt. Die
meisten Stücke sind harmonischer aufgebaut, als es bisher bei den Veröffentlichungen
der Beiden war. Auch bekommt die Musik durch eingefügte Bassgrooves mehr
Power und Substanz. Aus meiner Sicht ein klarer Fortschritt in der manchmal
doch recht schwierig zu konsumierenden Musik. Hier geht jedenfalls einiges
besser ins Ohr. Stephan Schelle, Dezember 2025 |
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