Leykam / Mark / Meyer – Pioneering Spirit
 

Leykam / Mark / Meyer – Pioneering Spirit
Frank Mark Arts (2025)

(12 Stücke, 67:12 Minuten Spielzeit)

Am 30.11.2025 erschien das Album „Pioneering Spirit“ des elektronischen Trios Roman Leykam, Frank Mark und Frank Meyer. Roman Leykam und Frank Mark haben bereits einige Alben mit ambienten und teils experimentellen Klängen veröffentlicht. Jetzt haben sich beide um Frank Meyer verstärkt. Die instrumentale Aufteilung zeigt sich folgendermaßen: Roman Leykam (E-Gitarren, E-Fretless Gitarre, E-Oud, analoger Gitarrensynthesizer), Frank Mark (Beat/Samples Programmierung), Frank Meyer (Bass, Synthesizer, Keyboards, Samples).

 

 


Sie selbst beschreiben die Musik des Albums wie folgt: Visionäre, fesselnde musikalische Erkundungen, die inspirierende und beeindruckende Atmosphären schaffen. Spannende Hörerlebnisse, die verblüffen und emotional berühren.

Ein Dutzend Tracks mit Laufzeiten von 3:38 bis 10:24 Minuten Spielzeit finden sich auf dem Silberling (das Album kann auch über Bandcamp downgeloaded werden), der in einem vierseitigen Papersleeve steckt.

Das Trio startet mit dem zehneinhalbminütigen „Invisible Cage“. Das Stück startet mit sanften Flächen und tropfenden Klängen. Darauf setzt Roman dann seine atmosphärischen, aber auch leicht schrägen Gitarrenklänge, so dass sich mystische Klangskulpturen bilden. Auch einige rhythmische Elemente, die nach einer organischen Perkussion klingen, werden in diesen Track eingebaut, was den mystischen Charakter des Stückes noch verstärkt.

Mit einem Schlagzeugrhythmus geht es dann im nächsten Stück „Inspiring Effect“ weiter. Das klingt jetzt eine Spur harmonischer und hat gar einen leichten jazzigen Rocktouch. Elektronischer wird es dann in „Things That Do Not Exist“. Auch hier legen die Drei nun etwas mehr Wert auf Harmonien. Das geht erstaunlich gut ins Ohr, ist aber mit Nichts zu vergleichen. Teils loungig, dann wieder jazzig mit einigen disharmonisch anmutenden Einwürfen zeigt sich dieser Track.

Ein schöner Basslauf sowie flächige Synthesizersounds starten das Stück „End Of A Long Escape“. Da kommt wieder eine Mischung aus ambienter Elektronik und rockigen Elementen auf. Dahinein legt Roman seine Gitarrenmotive. Hallige Klänge leiten danach ins Stück „Narrow Ridge“ ein. Diese Soundcollagen wirken jetzt wie ein fiebriger Traum.

„Preserved Curiosity“ klingt zunächst wieder recht mysteriös, wie die klangliche Umsetzung einer Zwischenwelt. Dann setzt nach wenigen Momenten die E-Gitarre ein und es kommt ein Schlagzeugrhythmus auf, was dem Ganzen wieder eine leicht rockige Note verleiht. Auch einige Sprachsamples wurden in diesen Track eingebaut.

Sehr rhythmisch mit knackigen Bassriffs und treibenden Rhythmen präsentiert sich danach „Machine Language“. Das hat einen fetten Groove, wird aber immer wieder von Breaks durchzogen. Auch das folgende „Adorable“ zeigt sich von einer sehr rhythmischen Seite mit leicht arabischem Flair, was durch die Perkussionelemente erzeugt wird.

Mit dem Stück „Interworld“ betritt das Trio gar Krautrockwege. Atmosphärisch geht es dagegen in „Allusion“ zu.

Frank Meyer hat sich hervorragend in die Musik von Roman Leykam und Frank Mark eingefügt. Die meisten Stücke sind harmonischer aufgebaut, als es bisher bei den Veröffentlichungen der Beiden war. Auch bekommt die Musik durch eingefügte Bassgrooves mehr Power und Substanz. Aus meiner Sicht ein klarer Fortschritt in der manchmal doch recht schwierig zu konsumierenden Musik. Hier geht jedenfalls einiges besser ins Ohr.

Stephan Schelle, Dezember 2025

 
   

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