Kind Of Dusk - oblique
 

Kind Of Dusk - oblique
Raufaser Tonträger (2026)

(9 Stücke, 30:56 Minuten Spielzeit)

Kind Of Dusk nennt sich ein Berliner Produzent und Musiker. Am 27.02.2026 erscheint sein Debütalbum unter dem Titel „oblique“. Musikalisch bewegt er sich dabei im Umfeld der Neo-Klassik wie zum Beispiel von Ólafur Arnalds, Hania Rani, Nils Frahm oder Marius Nitzbon.

 

 


Im Zentrum von „oblique“ steht die Suche nach Tiefe in der Einfachheit. Statt auf dramatische Zuspitzungen zu setzen, verweilt das Album in Momenten der Stille: sich wiederholende Klaviermotive, fragile harmonische Verschiebungen und Klangtexturen, die Raum für Resonanz und Reflexion lassen. So entsteht ein Werk, das Atmosphäre über Aussage stellt und emotionale Klarheit über Überfluss.

Die bisher veröffentlichten Singles „Halfmoons“, „November“ und „Hide Out“ befinden sich ebenfalls auf dem Album, das mit „Sign“ startet. Es beginnt zunächst mit elektronischen, ambienten Klängen. Dann setzt nach wenigen Momenten das Piano ein und ein waberndes Rhythmusmuster wird darunter gelegt. Langsam baut sich dieser zweieinhalbminütige Track auf und gewinnt im Verlauf an Dynamik. Das hat was Mystisches und hätte für meinen Geschmack gerne noch etwas länger ausfallen dürfen.

Darauf folgt das dreiminütige „Hide Out“, das Keyboardharmonien mit Pianotupfern bzw. -melodien und Streicherklängen verbindet. Einige leicht rhythmische Elemente werden dann auch noch hinzugefügt. Das geht sehr gut ins Ohr und hat was sehr beruhigendes.

Ebenfalls auf drei Minuten bringt es dann „Halfmoon“, bei dem neben einer Pianomelodie nun auch ein sanft gesungener Part mit einfließt. Das wirkt sehr verträumt und auch ein bisschen melancholisch, verbreitet aber eine wohlige Stimmung.

„November“, das ebenfalls drei Minuten lang ist, erinnert mich von seiner Ausstrahlung an die Musik von Marius Nitzbon oder auch einer Suzanne Ciani. Hier wird eine sanfte Pianomelodie mit Streicherklängen verbunden. In „Symmetric“ kommen dann erneut Pianoklänge und Stimme auf, die von elektronischen Klängen umspannt werden. Das wirkt an einigen Stellen auch ein wenig experimentell. Besitzt aber ein gewisses Flair.

„Culprit“, auf einen minimalistischen Pianokern reduziert, bildet das emotionale Zentrum des Albums – ein Stück, das durch Zeit, Überarbeitung und bewusste Zurückhaltung geformt wurde. So beschreibt es der Pressetext, der den Kern trifft. Das Stück strahlt eine zarte, nachdenkliche und wohlige Atmosphäre aus Ein wunderbares Stück.

Das vierminütige „Where We Begun“ bietet ungewöhnliche Klangstrukturen, die aber sehr harmonisch rüberkommen. Elektronische Sounds kommen hier mit Klängen zusammen, die wie gezupft wirken. Das hat was. Im Titelstück treffen elektronische und Pianoklänge erneut auf Gesang. Und mit dem rhythmischen „A Place In Time“ endet dann das Album mit leicht ambienten und teils experimentellen Klängen.

Das Debütalbum „oblique“ von Kind Of Dusk wandelt zwischen neoklassischem Klavier, subtiler Elektronik und behutsam eingesetzten Streichern und entfaltet eine Sammlung intimer Klangräume – zurückhaltend, offen und von leiser Intensität. Die Stücke holen die Hörer dabei aus dem Hier und Jetzt. Manches Stück hätte ich mir dabei auch gerne noch etwas länger vorstellen können.

Stephan Schelle, Februar 2026

 
   

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