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KelMen - More Results Nach ihrem gemeinsamen 2023’er Album „Results“ haben die Elektronikmusiker Detlef Keller und Michael Menze, die als KelMen fungieren, rechtzeitig zu ihrem Konzert bei der Schallwelle-Preisverleihung am 21.02.2026 ihr zweites Album veröffentlicht. Es trägt den augenzwinkernden Titel „More Results“. Und auch bei der Titelfindung der Stücke sind die Beiden wieder äußerst „kreativ“ vorgegangen, denn sie haben ihre musikalischen Resultate - wie schon auf dem Debüt - durchnumeriert. |
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Das Album startet mit dem 13minütigen Track „Fifth Result“. Da lassen sie die Synthesizer zunächst wie ein kosmisches Windsrauschen aus den Boxen wehen und ergänzen dies zunächst mit zischenden und zirpenden Klängen. Darauf folgen herrliche, flächige Sounds, gefolgt von leicht perlenden Sequenzen. Damit reisen sie auch im Kosmos der „Berliner Schule“, zumal jetzt auch noch eine Mellotronmelodielinie hinzugefügt wird. Das Stück entwickelt sich immer weiter, in dem sie weitere Klänge und rhythmische Elemente hinzufügen. Ab der Mitte des Stückes wird der Rhythmus noch einmal durch einen pumpenden Beat angezogen, was den Spannungsbogen erhöht. Zwar liegt das musikalisch auch in der Nähe von BK&S, trägt aber doch die Handschrift der beiden Musiker. Ein sehr schöner Opener dieses herrlichen Zweitwerks. Es folgt das elfminütige „Sixth Result“. Ein Sequenzerrhythmus, der ein wenig an Schiller erinnert, eröffnet dieses Stück. Schnell entfernt sich die Musik aber von dem Schiller-Sound und es entwickeln sich tolle, etwas vertrackte Rhythmusmuster. Darauf kommen dann nach wenigen Momenten wieder herrliche Flächensounds, die für Gänsehaut sorgen. Auch hier bauen die Beiden dann einen treibenden Rhythmus ein der das Stück nach vorne treibt. Zwei Synthstimmen - die eine melodisch, die andere akzentuiert eingestreut - setzen zwischenzeitlich besondere Akzente. Ein fesselndes Stück, das durch seine Rhythmik und die Melodien besticht. Danach geht es mit dem mehr als 17minütigen „Seventh Result“ weiter. Hier zirpen und zischen die Synthies zunächst und es entwickelt sich zu Beginn eine leicht spacige Stimmung. Diese Stimmung wird zunächst beibehalten, wenn die Synthies rauschend durch den Raum ziehen und sich Harmonien darauflegen. Nach gut vier Minuten kommt dann ein Rhythmus auf und so langsam zieht sich das Grundrauschen zurück. Da klingt dann auch ein wenig Klaus Schulzes Stil durch die Sounds und den Rhythmus durch. Detlef und Michael machen aber ihr ganz eigenes Ding daraus und hauen den Hörern nun einen treibenden, druckvollen Part entgegen, der hypnotisch ist und einfach nur Spaß macht. Auf neun Minuten Spielzeit bringt es dann „Eight Result“. Das beginnt mit leicht dröhnenden und mystisch/bedrohlichen Klängen, die sich aber schnell mit einem Rhythmus vermischen und dann nach wenigen Momenten klanglich öffnen. Jetzt wird das Klangspektrum weit geöffnet und mit einer eingängigen Melodie und einem Rhythmus aus dem Drumcomputer versehen. Ein sehr melodisches Stück. Mit 20 Minuten Spielzeit ist dann „Ninth Result“ der längste Track des Albums. Das Stück unterteilt sich in zwei Parts, von denen der erste Teil beim Konzert bei der Schallwelle-Preisverleihung live gespielt wurde. Das geht mit leicht sägenden Sounds (wie bei einer verzerrten Gitarre) und einem klackenden Rhythmus los und wechselt nach kurzem in einen unwiderstehlichen Groove mit schönen Melodiebögen. Ein sehr abwechslungsreicher Track, der nach ca. acht Minuten in einen weiteren Part wechselt, bei dem atmosphärische Sounds auf eine Art indischen, weiblichen Gesang treffen. Diese Gesangsparts werden immer mal wieder in den Track eingestreut und machen das Album noch abwechslungsreicher. Nach gut zwölf Minuten gehen die Beiden aber wieder rhythmischer ans Werk und starten den Sequenzer, der sich kurz danach mit einem programmierten Rhythmus, der sehr organisch wirkt, verbindet und für Druck sorgt. Der Track wird dann recht atmosphärisch und ruhig beendet. Abgeschlossen wird das Album mit dem siebenminütigen „Last Result“ (hoffentlich bezieht sich das nur auf das Album und nicht auf die Veröffentlichung weiterer gemeinsamer Musik), das deutlich die Handschrift von Detlef Keller trägt. Das Stück erinnert in seiner Stimmung und von den Klangfarben an Detlefs Stück „Source Of Life“. Ein sehr romantisches und verträumtes Stück. Detlef Keller und Michael Menze, die als KelMen fungieren, haben mit „More Results“ einen klasse Nachfolger ihres Debütalbums rausgehauen. Auch wenn die Nähe zur „Berliner Schule“ und zu den Veröffentlichungen von BK&S nicht von der Hand zu weisen ist, so bieten die Stücke doch genügend Abwechslung, neue Sounds und eine eigene Handschrift. Stephan Schelle, März 2026 |
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