BFrank Tischer - Echokabinettlanko
 

Frank Tischer - Echokabinett
Brücken Ton (2025)

(22 Stücke, 49:15 Minuten Spielzeit)

Frank Tischer hat Ende 2025 das Soloalbum „Echokabinett“ veröffentlicht. Es trägt den Untertitel „Traumsequenzen realer und imaginärer Orte“. „Echokabinett“ ist nicht als Musikalbum entstanden, sondern wurde von Frank für seine Ausstellung/Klanginstallation mit gleichem Namen erstellt, die vom 13.02. bis 31.05.2026 im Vonderau Museum in Fulda zu erleben ist/war.

 


Hier einige Infos, die Frank im Innenteil seines vierseitigen Papersleeves geschrieben hat: Das Echokabinett ist eine begehbare und interaktive Musik- & Klanginstallation von Frank Tischer. Vor Ort und innerhalb des Echokabinetts konnten die Besucher diese Klangwelten live mitgestalten. Hierzu waren Richtmikrophone in der Decke des Echokabinetts verborgen.

Man könnte dieses Album als eine akustische Abfolge von Traumsequenzen beschreiben. Ein zentrales Stilmittel ist dabei das Echo, welches die Sequenzen in eine hörbare Fata Morgana entrückt.

Was auf den ersten Blick beim lesen des Textes als experimentell wirkt, klingt dann auf dem Album allerdings doch oft harmonisch und melodiös. Die 22 Stücke des Albums weisen Laufzeiten von 0:39 bis 3:51 Minuten Spielzeit auf. Die Stücke gehen aber alle ineinander über, so dass eigentlich ein einziger Longtrack von 49 Minuten entsteht. Neben den eingespielten Harmonien und Melodien hat Frank auch einige Außenaufnahmen (Fieldrecordings) in die Stücke eingebaut.

Es beginnt mit „Der Ozean - Prolog“, bei dem sich zunächst Wellenrauschen mit zirpenden und flächigen Synthesizerklängen vermischt. Ein Lachen wechselt dann in das nächste Stück „Äthermeer“, das eine sanfte Melodielinie bereithält und mit Stimmsamples durchzogen ist. Dann kommen verschiedene Vogelstimmen und danach eine Art Propellerfluggeräusch oder Donner auf. Und schon ist man im nächsten Stück „Lugaus“ angekommen. Hier sind atmosphärische Sounds und perlende Klänge auszumachen die eine ambiente Stimmung verbreiten. Das trifft den Hinweis auf Traumsequenzen recht gut. Das nicht ganz einminütige „In der Kathedrale“ besteht dann aus Fieldrecordings, bei denen eine Menschmenge beim Besuch einer Kirche zu hören ist (wirkt durch den verhallten Klang so).

In der „Tropfsteinhöhle“ sind Tropfen und einige atmosphärische, ambiente Klänge auszumachen. Danach geht es in „Cosmic Ocean“ melodischer weiter. Frank entwickelt eine leicht spacige Atmosphäre in die er dann melodische Pianotupfer setzt. Nach einigen weiteren Fieldrecordings kommt dann mit „Distant Thunder“ wieder ein spaciger, melodischer Track. Und auch das folgende „Matter Of Time“ mit seinen perlenden Klängen, ist sehr melodisch angelegt. Und so wechseln sich musikalische Stimmungsbilder mit Geräuschen ab.

Auch wenn Frank Tischer viel mit Geräuschen auf der CD „Echokabinett“ arbeitet, was mit der Klanginstallation und dem Ausstellungscharakter zu tun hat, so funktioniert das Album doch auf eine gewisse Weise auch in dieser Form recht gut. Damit ist es nicht nur für die Besucher seiner Ausstellung geeignet. Man kann sich oft in Traumsequenzen verlieren und erlebt imaginäre Bilder im Kopf, die während des Hörens entstehen.

Stephan Schelle, März 2026

 
   

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