Frank Dorritke And Ron Boots with Stephan Whitlan – Hello 2026
 

Frank Dorittke And Ron Boots with Stephan Whitlan – Hello 2026
Groove Unlimited (2025)

(9 Stücke, 79:20 Minuten Spielzeit)

Am 30.12.2025 fand – wie seit Jahren regelmäßig zu diesem Termin – im Planetarium Bochum die vom Schallwende e. V. durchgeführte Veranstaltung „Hello xxxx“ statt. Die „xxxx“ stehen für das jeweilige Jahr, das mit dem Konzert begrüßt wird. Ende 2025 traten Frank Dorittke aka F.D. Project und Ron Boots (solo sowie mit Frank Dorittke und Stephan Whitlan) auf.

 

 


Zu diesem Event bekam jeder Besucher gegen Vorlage seiner Eintrittskarte die Gratis-CD „Hello 2026“. Ron schreibt dazu im Booklet: Als besonderes Dankeschön ist dies die exklusive CD – ein musikalisches Souvenir für einen unvergesslichen Abend. Danach können noch einige Exemplare käuflich erworben werden. Allerdings sollte man sich beeilen, denn die CD ist limitiert.

Die ersten sechs Stücke wurden von Ron Boots zusammen mit Frank Dorittke und die letzten drei Stücke zusätzlich mit Stephan Whitlan komponiert und eingespielt.

Die ersten vier Tracks tragen die Titel „DM Part I“ bis „DM Part IV“. Die restlichen Stücke sind mit „Invocations I“ bis „Invocations IV“ und „Invocations Acoustic Shadows“ betitelt. Die Parts gehen dabei ineinander über.

Spacig startet der erste fünfminütige Track „DM Part I“ und ergänzt dies zunächst mit industriellen Klängen. Sobald dann aber Frank seine Gitarre atmosphärisch einsetzt, ergibt sich eine wunderbar relaxte Stimmung. Ron fügt im Verlauf herrliche Harmoniebögen auf dem Synthesizer hinzu. Nahtlos geht es dann mit dem siebenminütigen „DM Part II“ weiter. Hier kommen zunächst perlende Synthesizerklänge auf, die u.a. an Software erinnern und sich dann mit Franks Gitarre vermischen, die einen leichten Oldfield-Touch aufweist. Ein sehr schöner, melodiöser Track, der in der zweiten Hälfte auch rhythmischer wird.

Der fast 16minütige „DM Part III“ zeigt sich dann von der recht spacigen Seite, bei dem die Synthesizer von Ron zunächst dominieren. Erst nach ca. fünf Minuten setzt dann Frank mit seiner Gitarre Klangtupfer mit ein. Dabei bleibt der spacige Charakter erhalten. Schwebende Synthesizerklänge leiten danach in das neunminütige „DM Part IV“ ein. Nach einigen Momenten kommen dann hellere Klänge auf, die unter anderem auch von Franks Gitarre ausgehen. Und nach etwas mehr als vier Minuten entwickelt sich eine Melodielinie, die sanft durch den Raum zieht.

Darauf folgt dann das mehr als zwölfminütige „Invocations I“. Auch hier dominieren schwebende, spacige Klänge, die atmosphärisch von Franks Gitarre untermauert werden. Nach wenigen Momenten wird die Dynamik angezogen und es entwickelt sich ein monumentaler Track, der den typischen Boots-Stil beinhaltet. Nach mehr als drei Minuten kommt dann noch ein Rhythmus hinzu und Frank verfeinert dies durch seine atmosphärische Gitarrenarbeit, die nach mehr als sechs Minuten in einen rockigen Part wechselt. Hier trifft nun die „Einhovener Schule“ auf rockige Gitarren.

„Invocations II“ ist dann wieder atmosphärischer angelegt und erinnert durch seine melancholisch/romantische Ausrichtung auch ein wenig an John Kerr. Ron hat hier einige weibliche Stimmfetzen eingebaut, die an einigen Stellen aus dem Hintergrund erklingen. In „Invocations III“ bringt Frank dann wieder ein wenig Oldfield-Feeling ins Spiel, das unter anderem eine Variante von „To France“ darstellt- ähnlich wie bei dem oben erwähnten Konzert.

„Invocations IV“ ist eine tolle Zusammenarbeit der drei Musiker. Auch hier geht es recht atmosphärisch zu, wird aber mit einer organisch wirkenden Percussion ergänzt. Darauf legen die drei Musiker herrliche Melodiebögen. Den Abschluss bildet dann das Stück „Invocations Acoustic Shadows“. Dies ist eine siebenminütige Variation von Rons Stück „Acoustic Shadows“ vom gleichnamigen Album. In dieser Version zeigt es sich aber – vor allem durch Franks Gitarrenbeitrag – von seiner recht rockigen Seite.

„Hello 2026“, das den Untertitel „The Gift“ trägt, ist eine tolle Zugabe zu dem gleichnamigen Liveevent im Planetarium Bochum am 30.12.2025. Das Album enthält eine wunderbare Kombination aus „Eindhovener Schule“ und der atmosphärisch und rockigen Gitarrenmusik von Frank Dorittke. Und bei den Stücken sieben und acht kommt auch ein wenig der Stil von Stephan Whitlan mit durch. Ein Album, das ich den Freunden der melodisch/spacigen Elektronikmusik nur wärmstens empfehlen kann.

Stephan Schelle, Januar 2026

 
   

CD-Kritiken-Menue